Wichtig: Verwende oft das Wort „Selbstverteidigung“!

4. August 2006

Wichtig: Verwende oft das Wort „Selbstverteidigung“!

So wird man Antideutscher – eine Anleitung

Mach dir keine Sorgen: Obwohl der israelisch-arabische Konflikt schon etliche Jahrzehnte währt und hochkomplex ist, ist für den selbsternannten Freund Israels und der Juden kaum Grundwissen erforderlich. Es ist auch gar nicht nötig, den unwissenden Leser oder Dritten mit Fakten zu nerven und das ganz dicke Brett zu bohren. Ein simples Bild ist gefragt. Und die Sache ist ganz einfach: Israel ist die von aller Welt bedrohte, ihr Recht auf Selbstverteidigung in Anspruch nehmende Partei in diesem Konflikt (Good Guy), die Palästinenser das antisemitische Selbstmordkollektiv (Bad Guy). Nach diesem Muster biegen wir die Ereignisse vor Ort zurecht. Du wirst sehen, es geht wie von selbst.

Vorbemerkung

Israel ist klein, gerade mal so groß wie Hessen, der Konflikt mit den Palästinensern im Vergleich zu anderen Kriegen lokal und eher begrenzt, auch von der Opferzahl her. Zwar starben alleine während des Invasion des Libanons im Jahre 1982 mehr als 20.000 Libanesen und Palästinenser, während im Vergleich während des gesamten Konflikts seit 1948 circa genauso viele Israelis ums Leben kamen. Das soll uns aber nicht anfechten. Tu so, als wäre jeder scheele Blick einen Aufschrei wert. Und wenn im Irak täglich Bomben explodieren und seit Beginn der Kampfhandlungen nach unterschiedlichen Schätzungen bis 100.000 Menschen umkamen – einige Tote in Tel AViv, ein paar niedergewälzte Häuser in einem Flüchtlingscamp, eine Demo der ISM, täglich dargebracht, vermitteln unserer Kundschaft: Da vor allem geht es um die Wurst, denn die Existenz Israels ist gefährdet. Die Leute glauben sogar langsam, dass der Kampf um Israel/Palästina der Konflikt unserer Zeit ist, wo die westliche Zivilisation gegen die barbarischen muselmanischen Horden verteidigt wird, und wir arbeiten daran, dass sie noch fester daran glauben.

Für dich ist diese Szene ideal

Du wohnst in Berlin Kreuzberg oder in Friedrichshain, kannst tagsüber im Görlizter Park oder im Volkspark liegen und abends bequem in deinem Lieblingspub auf der Oranienstraße oder auf dem Boxhagener Platz ein Bierchen zischen. Wenn du ein bißchen Action haben willst, brauchst du nur 8 km nach Westen auf den Kudamm fahren. So ein ruhiges bürgerliches Leben findest du kein zweites Mal. Zwar stört Dich die neue Moschee an der Wiener Straße und du fühlst dich ständig bedroht durch diese vielen Araber um dich herum. Aber das Problem wird sich wenigstens hinsichtlich Kreuzbergs infolge steigender Mieten eh bald von selber erledigt haben.

Fakten

Geh sparsam mit Fakten und bestätigten Meldungen um. Saftige Gerüchte und vorschnelle Anschuldigungen sind viel aufregender. Erinnere dich an Hebron oder Safed. Zitiere Joan Peters Mythos von der „Wildnis“. Oder, dass es sich um eine Besiedlung des Mandatsgebiets handelte, nicht um eine Eroberung, eben wie es Anita Shapira schreibt. Abba Eban gibt immer einen guten Alibizeugen ab, dass Israel sich 1967 oder 1973 „nur“ verteidigte. Und ganz wichtig dabei: Nutze stets die Shoa, um deinem Antiarabismus oder deiner Islamophobie Nachdruck zu verleihen. In solchen Fällen setzt du die Glaubwürdigkeit deiner Gewährsleute einfach voraus. Entpuppt sich die Geschichte hinterher als grandiose Ente, ist das kein Drama. Eine Entschuldigung wirst Du oder Deine Grupppe ohnehin nicht bringen, ihr steht ja im moralischen und historischen Recht. Oder du setzt wie Dershowitz einen drauf und zeigst auf, dass alle Verhandlungsscheiterungen stets von palästinensischer Seite verursacht wurden. Wenn es um die Ursachen für die „Al-Aqsa-Intifada“ geht, ignoriere einfach 50 Jahre blutige Besatzung des Westjordanlandes und Gazas, leugne die Unterdrückung und Ausbeutung der Palästinenser, denn sie sind ja selbst Schuld an ihrem Leid, verstehen sie ja nicht, dass Israel im historischen Recht ist und nur die Juden weltweit vor ihrem und dem europäischen Antisemitimus schützen will. Dazu macht es sich auch gut, die Kolloboration des Muftis mit den Nazis zu erwähnen und das ganze palästinensische Zwangskollektiv dann gleich miteinzubeziehen.

Opfer

Tote liefern spektakuläre Bilder. Bilder von zerfetzten Bussen mit Leichenteilen und ausgebombten Cafes in Tel Aviv machen sich gut, zerbombte Häuserblöcke in Gaza und Leichen von palästinensichen Kindern könnten ja fast zeigen, dass da von beiden Seiten mit dem Menschenmaterial nicht zimperlich umgegangen wird. Also bringen wir auch nur die israelischen zur Sprache. Sieht man dann doch mal tote palästinensische Kinder, so war das nicht beabsichtigt oder Fatah-Kämpfer haben hinter den Kindern gestanden und aus deren Schutz auf israelische Soldaten geschossen. Nach jedem Anschlag liegen in den Krankenhäusern Dutzende Schwerverletzte herum. Der deutsche Freund des Judenstaates weiß zwar um die vielen Opfer auf palästinensicher Seite, aber das kann er alles rechtfertigen, denn schon die Kleinsten sind ja nur fanatische Judenhasser, die mit keinem anderen Ziel aufwachsen als sich im Blut derer zu baden und den Antisemitismus schon mit der Muttermilch aufsaugen. Die Opferstatistiken werden übrigens mit zweierlei Maß gemessen: auf der einen Seite wird schön akribisch auseinandersubtrahiert, ob es sich um „Terroristen“ oder auch „mal“ Zivilisten handelte, auf der anderen Seite werden einfach faschistoide Siedler, Soldaten, Polizisten und zivile Opfer in den israelischen Städten nur unter die Tote durch den Terror gepackt. Der Vorteil des undifferenzierten Bodycounts auf israelischer Seite und des auseinanderpflückens auf palästinensicher: es wird glaubhaft gemacht, dass es den Palästinensern ja nur um das Töten von Juden geht, den Israelis aber nur um das Töten von „Terroristen“, andere Opfer sind eigentlich „nicht gewollt“.

Bilder, Bilder, Bilder

Der Rummel um diesen Konflikt hier in Deutschland sollte dich nicht überraschen. Jeder noch so große Idiot, der irgendwann mal eine Bahamas oder eine Konkret in der Hand hielt, darf seinen unqualifizierten Scheiss dazu geben. Es gibt zwar noch viele andere Themen und Gebiete, mit denen man sich beschäftigen kann. Diese können aber schnell mittels „verkürzter Kapitalismuskritik, die latent antisemitisch ist“ abgehandelt werden. Auf Antikriegsdemos werden natürlich nur die reaktionären Teilnehmer erfasst und diese dann schön in den Blogs und Internetseiten veröffentlicht, um damit alle anderen dort demonstrierenden Menschen denen gleichzusetzen. Hat man mal wieder ein dämliches Plakat gefunden, immer schön mit der Kamera draufhalten. Und wenn dabei dann Kommunisten, Anarchisten oder andere Linke auf den Fotos für Nazis erkenntlich sind: was soll es uns kümmern. Denn wer sich für die Palästinenser einsetzt, ist eh nur ein Linksnazi oder im besten Fall ein selbsthassender Jude. Gut machen sich auch Bilder von Kindern, die mit Israelfahnen wedeln oder Karrikaturen, wo der israelische Soldat als heroischer Kämpfer, der Frau und Kind schützt, der Araber aber nur als feiger hinterhältiger Meuchelmörder, der sich hinter Kind und Weib verschanzt, dargestellt wird.

Ursache und Wirkung

Geschieht ein Anschlag, können wir davon ausgehen, dass die israelische Armee gegen die Urheber vorgeht. Dann sind wir wieder, wen auch nur vom heimischen www, dabei. Wichtig: Die üppige Verwendung des Wortes „Selbstverteidigung“ und „Schutzhort der Juden weltweit“, auch wenn sich der israelische Staat einen Dreck um das Individuum schert und die eigene Bevölkerung nur zur Erreichung seiner Ziele vernutzt. Der Schutz der israelischen, und hier vor allem der jüdischen Bevölkerung legitimiert jede noch so große Sauerei. Werfe alle in einen Topf. Hamas und Fatah, DFLP und PFLP, Dschihad und libanesiche Hizbollah. Fasse alle einfach unter antisemitischer Terrorbande oder „dreckige Araberfressen“ zusammen. Erwischt die israelische Armee einen Chefterroristen per Rakete in seinem Auto und werden dabei dutzende Zivilisten zerfetzt, stellen wir uns an den Rand einer Protestdemo der palästinensichen Gemeinden und brüllen „Hub-, Hub-, Hubschraubereinsatz“. Ballert eine Gruppe durchgeknallter New Yorker Siedler in Hebron wild um sich, titeln wir „Tel Aviv, Haifa, Jerusalem Hebron – Israel, we stand with you“. Am Ende sind es immer die Palästienenser gewesen, die sich dem Friedensprozess verwehren, auch wenn nicht Arafat, sondern Barak die Verhandlungen in Taba wegen der anstehenden Wahl abbrach und sich nicht mit einer Grenzkorrektur anstatt einer angestrebten Annektion eines beträchtlichen Teils des Westjordanlandes zufrieden gab. Von der Annektion und den Siedlungen hängt auf jeden Fall das Wohl des Judenstaates ab. Genial, nicht?

Der „Zaun“

Die von Israel errichtete Sicherheitsanlage besteht aus Mauerwerk und High-Tech-Zaun, aber wir bleiben beim Terminus Zaun, das hört sich weniger bedrohlich an, obwohl auch ein stromführender Zaun nicht wesentlich besser ist als eine Mauer. Der vermeintliche Dritte wird immer an einen kleinen Maschendrahtzaun denken. Vermeide es, das Auseinanderreissen des gesamten Westjordanlandes zu erwähnen, die Bildung von Enklaven, das Zerstören von Olivenbaumplantagen, das Verwehren des Zugangs zu den Feldern und die weiterhin angestrebte Besetzung des gesamten Jordantals. Bei Diskussionen um die Siedlungen und das annektierte Land musst du darauf pochen, dass es für Israel lebensnotwendig ist die Palästinenser einzusperren und sich nicht auf die Grenze von 1967 zurück zu ziehen. Vergleicht jemand dieses Gebiet mit riesigen Ghettos, werde nicht müde ihn als Holocaustrelativierer oder auch als Antisemit zu beschimpfen oder zu denunzieren, das zieht fast immer bei den weichen Linken.

Suche notfalls ein Mauerstück, wo du behaupten kannst, dass dort früher Gewehrschützen auf Autos und doppelstöckige Linienbusse schießen konnten. Bringe Zeugenberichte von Siedlern, die ja nur das geheiligte Land erschließen wollen und doch insgesamt friedlich und der arabischen Bevölkerung freundlich gesonnen sind. Zeige auf keinen Fall Bilder von Checkpoints, wo Menschen stundenlang in langen Reihen in der glühenden Sonne stehen. Berichte niemals darüber, dass es Wochen dauert die Genehmigung für die Behandlung einer schweren Krankheit oder Verletzung in israelischen Krankenhäusern zu bekommen und dass derjenige, wenn er auf einen unwilligen Soldaten an einem Checkpoint stößt, die Frist durch das lange Hinauszögern auch mal verstreichen lässt und dann erneut einen Antrag stellen muss. Zeige nie das Verhalten der Siedler, die mit Rassismus gegenüber den Palästinensern nicht geizen. Behaupte immer, die Sperranlage sei ein Hindernis für Terroristen, obwohl er erwiesenermaßen nur für einseitige und abschließende Verhältnisse sorgt und den dort lebenden Menschen das Leben zur Qual macht, sie von ihren Arbeitsplätzen sowohl in Israel als auch in anderen Orten im Westjordanland abhält und der weiteren Annektion von Land dient.

Friedensgegner

Im Gegensatz zu den palästinensischen Autonomiegebieten ist Israel eine westliche Demokratie, in der oben die Ashkenasim stehen, dann die Sephardim und ganz unten die arabische Bevölkerung. Erkläre jeden zum Israelhasser und selbsthassenden Juden, der sich links von Peres befindet. Lässt du mal einen Araber oder Muslime zu Wort kommen, was möglichst selten der Fall sein sollte, dann nimm welche wie Hirsi Ali. Jeder Mainstream-Palästinenser, der aus guten Gründen Zweifel an der Politik des Staates Israel und dessen Friedenswillen hat, ist für uns ein Gegner des Friedens und des Judenstaates an sich. Ganz wichtig: Stelle sowohl die Linken von beiden Seiten als die verwirrten, den israelischen Staat gefährdend, dar, und die israelischen Rechtsextremisten als Opfer schlechthin und ignoriere den auch in Israel selbstverständlich zu einem bürgerlichen Staat dazugehörenden Nationalismus. In der israelischen Gesellschaft gibt es natürlich fast nur echte Demokraten, deshalb gehört eine durchmischte Organisiation wie die PLO schon in die Schublade „Terroristen“, auch wenn noch der letzte Fatahanhänger mehr Demokratieverständnis besitzt als ein Uzi tragender Siedler oder ein ultra-orthodoxer Hardliner. Spreche niemals von „Radikalen“ oder „Extremisten auf beiden Seiten“, die gibt es nur auf palästinensischer Seite.

Achte auf den Unterschied

Zwar stehen sich in diesem Konflikt zwei sehr unterschiedliche Parteien gegenüber, nämlich auf der einen Seite eine bis an die Zähne bewaffnete, mit Panzern, F-16, U-Booten und Atombomben ausgerüstete „Demokratie“ mit „freier Presse“, „Gewaltenteilung“ etc., in der auch mal die einheimische arabische Bevölkerung, wenn sie aufmuckt, die harte Hand des Staates erfahren darf und in welcher ein israelischer Soldat für die Tötung eines Palästinensers meistens freigesprochen wird, ein steineschmeissender Araber aber mehrere Jahre „Zuchthaus“ erwarten kann. Und auf der anderen ein seit 50 Jahren besetztes, von palästinensischer Seite unkontrollierbares Chaos, in dem ein großer Teil der Menschen seit Jahrzehnten eingesperrt ist, perspektivlos vor sich hinvegitiert und, wie in Gaza, 50% Arbeitslosigkeit herrscht und die dichteste Bevölkerungsdichte weltweit vorweisen kann. Zwar haben die Palästinenser nur Kalaschnikows und selbsgebastelte Kassamraketen. Du aber musst den Eindruck erwecken, dass eine einsame, von aller Welt gehasste Nation gegen die sie ganz umzingelnden arabischen Horden ankämpft, dass die widerlichen Selbstmordattentate oder die absolut nicht wirksamen Kassamraketen gleich die gesamte Existenz des israelischen Staates in Frage stellen könnten. Vergiss, dass da ein Staat seine Interessen wahrt und eigene und fremde Opfer billigend in Kauf nimmt, soweit es ihm in der Konkurrenz dort und seinen Interessen nützt.

Hintergrundinformationen

Absolut tabu. Wenn du erst einmal anfängst, Teilungspläne, Interessen anderer Staaten, israelische Kompromissunfähigkeit oder arabische Friedensofferten zu erläutern, verunsicherst du nur die Leute, die den Beginn des Konflikts mit der Gründung des Staates Israels 1948 ansetzen und lediglich zwischen jüdischen Opfern und palästinensichen Antisemiten oder Nazis unterscheiden wollen. Lass es!

Der Judenstaat

Hab Verständnis. Hab noch mehr Verständnis. Es geht ja um den Schutz aller Juden weltweit. Egal, was er treibt, ob christliche Milizen in Flüchlingslager durchzulassen und zuzuschauen, während diese ein Massaker veranstalten, ob er tausende von Palästinensern auch mal ohne Verfahren inhaftiert, ob ein ganzes Nachbarland und dessen Infrastruktur incl. der Bevölkerung in Schutt und Asche gebombt wird, ob er die eigene aus arabischen Ländern stammende jüdische Bevölkerung über Jahrzehnte unterdrückt und rassistisch diskriminiert hat, ob er die Häuser der Familien, aus denen ein Selbstmordattentäter kommt, niederwalzt, ob er die Besetzten Gebiete mittels Straßen, auf denen nur Israelis bzw. Siedler fahren dürfen, zerstückelt, ob er ein Elektrizitätswerk (das einzige in Gaza) zerbombt, ohne dass dies ihm in seinem Vorgehen weiterhilft, ob er seine Soldaten auf Kinder schiessen lässt und diese dann in „Selbstverteidigung“ handelten, ob er während der sogenannten Friedensgespräche weiterhin der Bau von Seidlungen im Westjordanland ausweitet, ob er das gesamte Steueraufkommen der Besetzten Gebiete seit Jahrzehnten verwaltet und aber nur den kleinsten Teil an die dortigen Behörden abführt, ob er die Bevölkerung von Gaza oder des Westjordanlandes dauerhaft terrorisiert, sie nach Gutdünken von ihren Arbeitsplätzen fernhält und immer wieder der Kollektivstrafe unterstellt . Merke: An allem ist „der antisemitische Terror“ schuld, 50 Jahre Besatzung hin oder her. Hake nicht nach, wenn Justus Wertmüller sagt, „(…)daß jede Kritik am Antisemitismus sich gerade im Krieg an der Seite Israels und gegen seine Todfeinde bewähren muß“. Unterschlage, dass die Roadmap in erster Linie von der PA Maßnahmen gegen den Terror fordert, gleichzeitig die PA aber machtlos war und Israel seit Jahren alles dafür tut, dass eben eine solche Dominanz der PLO nicht zustande kommt. Akzeptiere, dass Kompromisse seitens Israels nicht möglich sind und wenn am Ende ein saudischer Kronprinz einen Friedenvorschlag macht, der genau Baraks Vorstellungen entsprach und die Anerkennung Israels durch die Arabische Liga garantierte, dieser Vorschlag in Israel ignoeriert wird. Jammern. Jammere noch mehr. Über Selbstverteidigung, Schutzhort der Juden, antisemitische Terrorbanden, Kompromisslosigkeit Arafats oder seiner Nachfolger oder die Empörung Linker über die Schäden, die der Staat dort sowohl seinen Bürgern als auch den Arabern zufügt. Halte dich nicht mit Erklärungen der Ursachen für jede dieser Maßnahmen auf. Dafür bleibt bei einem einfachen dogmatischen Weltbild keine Zeit.

Kritik an Israel

Vermeide auch nur ein Wort der Kritik an der Gewalt und dem Terror durch den israelischen Staat. Kritik an Israel ist immer antisemitisch motiviert. Hältst du dich nicht an der bedingungslosen Solidarität mir dem Staat der Juden, läufst auch du Gefahr durch uns als Antisemit verleumdet zu werden, denn „für (uns ist) (…) das Existenzrecht Israels keine Floskel in der Sonntagsrede (…), die man am Werktag kalt lächelnd verrät.“ Versuche Dein Gegenüber immer als Nazi zu diffamieren. In Diskussionen darfst du nicht von deinem Standpunkt abweichen, Fehler deinerseits müssen mit Phrasen und Pathologisierungen deines Diskussionsgegners weggewischt werden. Jeder, der Israel kritisiert, macht das, weil er was gegen Juden hat und hofft, dass diese ins Meer getrieben werden. Wenn Israels Berufsnationalisten die palästinensischen Staatsgründungsnationalisten niedermachen, dann führen sie einen antifaschistischen Kampf und sind dafür zu bejubeln. „Straßenschlacht in Ramallah, die Panzer sind die Antifa!“. Du kannst Dich darauf verlassen, dass der (Islam)Faschismus für das Böse schlechthin steht, also ist es sehr hilfreich, dies seinen Gegnern vorzuwerfen. Begründet werden muss das nicht – dass der Mufti von Jerusalem mit den Nazis zusammengearbeitet hat (s.o.), oder der Gruß der Hizbollah dem Hitlergruß ähnelt, reicht schon. Und überhaupt: Die Nazis wollten Juden rein selbstzweckhaft ermorden und die Moslems wollen das auch …

Kleines Wörterbuch

Die dezente Zurückhaltung, wenn es um andere Konflikte oder Probleme weltweit geht, darfst du bei deinem Lieblingsstaat getrost ablegen. Werte nach Herzenslust, greife tief in die Phrasenkiste, gehe großzügig mit Euphemismen und Hyperbeln um.

* Palästinenser : Terrorist
* Annektion von Land: Selbstverteidigungsrecht, Sicherung der Existenz Israels
* Staatsterror: ebenfalls nur Selbstverteidigung
* Ghettoisierung der palästinensichen Beölkerung: Grenzabsicherung
* Abwerfen einer 1-Tonnenbombe auf ein Wohngebiet: Militäraktion gegen Terroristen
* PLO-Politiker: Terrorist
* die Schlächter Begin oder Sharon: charismatische Führer, Holocaustüberlebende
* Ausweitung des Siedlungsbaus: wird einfach verschwiegen
* Mauer: Maschendrahtzaun
* Liquidierung eines unliebsamen Palästinensers: notwendige Tötung
* Andauernde Gewalt, Unterdrückung und Demütigung der Palästinenser: Friedensprozess
* faschistoide New Yorker Siedler: arme orthodoxe Flüchtlinge
* Kollektivbestrafung: nicht anders durchsetzbare Terroristenfahndung
* Hauszerstörungen: Beseitigung der Deckung von Heckenschützen

Beachte: Israelis nie im Aktiv erwähnen! Israelis werden von Bomben und Kassamraketen zerfetzt, aber sie ermorden niemals Palästinenser. Pustet ein Apache-Hubschrauber ein Auto mit einem vermeintlichen „Terroristen“ weg und werden dabei noch 10 andere Unbeteiligte getötet, rufen wir abermals: „Hub-, Hub-, Hubschraubereinsatz!“. Oder: „Solidarität mit Israel“. Zwar werden die Panzer und Hubschrauber immer vom israelischen Staat losgeschickt und sind nur ein Rädchen in der Maschinerie des Staatsterrors, der da unten Staatsgründungsterror im Schach hält. Sprich aber trotzdem von einer „Reaktion auf die Selbstmordattentate“, abermals von „Selbstverteidigung“ oder „Terroristenjagd“, das gibt den legitimierenden Charakter. Rechtfertige einfach die größten und noch so offensichtlichen Verbrechen, mache dich lustig über die Opfer auf palästinensischer Seite und sei immer schön parteilich in diesem Konflikt, denn Israel braucht dich für seine Existenzsicherung.

Wenn du alle Ratschläge dieses Handbuches beherzigst, hast du besonders gute Chancen bei der FAZ, der Welt, der jüdischen.at, als wissenschaftlicher Mitarbeiter eines rechtskonservativen Politikers, oder, wenn es nicht so gut läuft, nur in der konkret, unterzukommen.

(basierend auf dem Orginaltext von Claudio Casula, veröffentlicht bei Politically Incorrect)


57 Kommentare

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  1. Wenn ich mal groß bin, werd ich Antideutscher.

    Comment von Axel Reitz — 4. August 2006 @ 16:29

  2. brilliante analyse. endlich hast du dem judenstaat die maske vom gesicht gerissen und zeigst uns seine hässliche fratze. schreib doch bitte noch was zu kinderblut.

    Comment von fitzcarraldo — 4. August 2006 @ 21:36

  3. Du bist nicht so helle, was? Als wenn dabei um Israel gehen würde. Mir sind doch die Mittel, die der Staat da einsetzt, egal. Nachdenken, dann schreiben, Schatz! ;-)

    Comment von Lathandir — 4. August 2006 @ 22:11

  4. @ Lathandir:

    Fitzi hat nie so richtig die Argumente drauf gehabt bei der Blogsport-Blogosphere, also wundere dich nicht. Der quatscht lieber mit der gleichfalls argumentlosen Bloggerin Kristi, deren Niveau er teilt.

    Comment von der am besten weiß — 4. August 2006 @ 22:58

  5. @ Lathandir

    Was hast du mit diesem Text eigentlich bezweckt? Dir wird ja vermutlich nicht entgangen sein, was in der letzten Zeit im antideutschen Milieu abgegangen ist. Glaubst du wirklich, dass dieses unerträgliche Ausmaß an Dummheit und Brutalität auf eine Unkenntnis der Fakten und Argumente zurückzuführen ist? Das wäre ja ganz einfach, dann bräuchte es lediglich ein paar Bildungselemente und das Problem wäre aus der Welt. Es ist tatsächlich doch viel schlimmer mit der Iso-Szene. subwave hat es kürzlich sehr schön auf den Punkt gebracht:
    „wie israel das tut (sich in einer feindlichen umgebung zu erhalten) hat mir egal zu sein, da kann und will ich eh nichts dran ändern. ich würde israel immer unterstützen, egal welche mittel es zur selbsterhaltung für nötig erachtet.“

    Jemandem, der sich dieses Dogma der „bedingungslosen Solidarität“ zu eigen macht – und das dürften so ziemlich alle ADs sein, oder? – kannst du doch nicht mit Argumenten und Fakten kommen, der ist doch vor jeder Beschäftigung mit einem Gegenstand längst damit fertig, eben weil sein Urteil immer schon vorher feststeht, dem ist jede Empirie doch nur Material seiner interessierten Auslese. Solch ein Mensch hat sich einmal zu einem moralischen Bekenntnis (Israel!) entschlossen und hält daran unerschütterlich fest. Das ist dann übrigens auch die gemeinsame Grundlage von auf den ersten Blick so heterogenen (und z.T. verfeindeten!) Szene-Institutionen wie dem eher treudoof-dümmlichen ADF, diversen Antifa-Combos und den „Think-Tanks“ von der Insel, der Kaffee-Kritik oder der Waterkant-Postille.

    Comment von garrincha — 5. August 2006 @ 01:16

  6. Ich glaube, da machst Du einen Fehler. Wenn du den Text richtig liest, garrincha, müsste Dir auffallen, dass er genauso von der Kenntnis der Fakten ausgeht wie auch der Orginaltext, der ja gerade dem „Reporter“ vorwirft, trotz Kenntnis der Fakten falsch Partei zu ergreifen. Es ist eben nicht nur ein Manko an Fakten und Informationen, die da vorliegt. Sondern eben genauso wie Du es sagst: Da wird das Interesse eines Staates geteilt, scheiss egal, was der sonst so anstellt. Um die Fakten ist man sich ja gerade bewußt. Das macht die ganze Sache ja noch gruseliger.

    Comment von Lathandir — 5. August 2006 @ 11:30

  7. Okay, mag sein, dass das falsch angekommen ist. Ich hab mir nach der Lektüre gedacht ‚Hoppla, da ist dem guten Lathandir offenbar so dermaßen der Kragen geplatzt, dass er es für nötig befunden hat, noch einmal kompakt ein paar der fälligen Fakten und Argumente aufzuschreiben. Aber das ist doch gar nicht der Grund all des Schwachsinns mit dem man ständig belämmert wird…‘

    Deiner Antwort entnehme ich, dass in dem Punkt wohl Einigkeit besteht. Kann man ja auch mal festhalten. :-)

    Comment von garrincha — 5. August 2006 @ 12:47

  8. Lathandir:

    1.Du legst den Schluss von garrincha auch ein bissel nah:

    Mach dir keine Sorgen: Obwohl der israelisch-arabische Konflikt schon etliche Jahrzehnte währt und hochkomplex ist, ist für den selbsternannten Freund Israels und der Juden kaum Grundwissen erforderlich. Es ist auch gar nicht nötig, den unwissenden Leser oder Dritten mit Fakten zu nerven und das ganz dicke Brett zu bohren.

    Auch wenn Du es vielleicht nicht so gemeint hast, aber man kann da schon draus schließen, dass es ein Mangel an Faktenwissen bei den ADs gibt und das aber für deren schlichten-parteilichen Standpunkt auch nicht brauchen. Dass es nicht so ist, habt ihr ja nun geklärt.

    2. Auch wenn es ein satirischer Text ist, an Argumenten mangelt es hier ja nicht. Eines ist allerdings nicht richtig und übrigens auch bei schlaueren Blogsportlern immer wieder verkehrt zu lesen:

    Nutze stets die Shoa, um deinem Antiarabismus oder deiner Islamophobie Nachdruck zu verleihen.

    Dieser Satz unterstellt, dass es den Israel-Freaks eigentlich um etwas anderes geht, nämlich Rassismus gg. Moslems und Araber, und Mittel dazu ist ihnen ihre Israel-Solidarität. Empirisch und logisch ist diese These nicht haltbar, jedenfalls nicht an den Schriften der ADs. Umgekehrt hingegen wird ein Schuh draus. Da die Araber und Moslems FEINDE der Zionisten (aus ihren Ansprüchen im Nahen Osten heraus) sind, sind die Antideutschen auch Feinde dieser Leute geworden. Als sie ebenfalls 24-Stunden-Zionisten wurden, war der Auftakt gemacht, die antiarabische/islamophobe Hetze zu starten. Wenn die tatsächlich schon vorher gg. diese Leute gehetzt haben, dann aus anderen rassistischen Motiven, dem üblichen Repertoire, dass man hier in Deutschland kennt, aber nicht mit dem ganzen antifaschistischen Gedöns von wegen Barbarei, Zivilisationsfeinde bla, bla, bla.
    Das ist übrigens der ur-antideutsche Standpunkt, der da mitschwingt: Die deutsche Gesellschaft ist eine rassistisch-konstituierte mit Vernichtungswahn und der Feind ist austauschbar bzw. beliebig, ob Jude oder Moslem. Diese psychologische Konstruktion ignoriert vollständig die Gründe von Leuten wie den Antideutschen und den deutschen Bürgern und macht stattdessen nur eine Verdopplung des deutschen Bürgers (Juden-/Moslemhasser und abstrakter Hasser), die an Schlichtheit nicht zu überbieten ist: Er hasst und vernichtet am liebsten. Ganz ohne Inhalt. Weder wird ein Argument gebracht, wie man darauf kommt; höchstens ein Zirkelschluss „Sie doch er tut doch Leute aus Rassismus umbringen!“ kommt mal… Und wie gesagt: Den spezischen Gründen des Rassenhasses stellt sich dieser Standpunkt einfach gar nicht. Denen kann man nämlich dann ziemlich gut entnehmen, warum da Hass und Übergänge zur Gewalt passieren, statt es auf einen abstrakten Vernichtungswillen der Deutschen, den die immer schon hatten, zurückzuführen!

    3. @ lathandir und garrincha

    Das mit dem Vorurteil Israel müsste man den schlaueren ADs noch einmal unter die Nase reiben, inwiefern das jeglicher Wissenschaft schlicht widerspricht und daher verkehrte Ergebnisse produziert. Doofköppe wie Nagidrac/Cardigan braucht man das aber nicht mehr zu sagen, weil das ja gar nicht abstreiten und sogar noch völlig selbstbewusst zugeben:

    da bei ‚All diesen Beiträgen ist die Parteilichkeit für die israelische Sache schon vorausgesetzt‘. was fuer eine ueberraschung.

    oder

    “wenn du kein weltbild hast, nerve gefaelligst nicht rum hier.”

    (beides Cardigan)

    Comment von rbr — 5. August 2006 @ 13:41

  9. P.S. Am schönsten kann man das übrigens meine Behauptung an den AD-Freaks nachweisen, die früher die absoluten Pali-Fans waren und gg. die Zionisten hetzten – damals auch, welch Wunder, aus antifaschistischer Gesinnung. Da waren die PFLP und andere „antiimperialistischen Kämpfer“ die Lieblinge dieser Leute.

    Comment von RBR — 5. August 2006 @ 13:50

  10. @ RBR
    1. Deine Kritik an der Vorstellung, die Israelsolidarität sei bloßes Mittel des eigentlichen Zwecks antiarabischer Rassismus, halte ich für korrekt.

    2. „Die deutsche Gesellschaft ist eine rassistisch-konstituierte mit Vernichtungswahn und der Feind ist austauschbar bzw. beliebig, ob Jude oder Moslem.“
    Ist das wirklich die AD-Position? Bezieht sich der ‚Vernichtungswahn als konstituierender Bestandteil des postnazistischen Deutschland‘ nicht doch speziell auf Juden?

    3. „Das mit dem Vorurteil Israel müsste man den schlaueren ADs noch einmal unter die Nase reiben, inwiefern das jeglicher Wissenschaft schlicht widerspricht und daher verkehrte Ergebnisse produziert.“
    Du wirst dich vermutlich in dieser Szene besser auskennen. Nach dem was ich aus Diskussionen im KF und mehr noch in den einschlägigen Blogs mitbekomme, halte ich das (mittlerweile) für Zeitverschwendung. Auf die Gefahr hin mich zu wiederholen: Nimm doch mal das Iso-Dogma so ernst wie es gemeint ist. Jemand, der sagt „Alles was der Staat Israel tut ist in Ordnung und wird von mir bedingungslos unterstützt – weil es der Staat Israel ist!“, der gibt damit unmissverständlich zu Protokoll, dass er sich willentlich und bewusst vom Argumentieren verabschiedet hat. Der braucht auch keine Argumente und Fakten mehr, der hat etwas viel Besseres, weil Wasserdichtes: Moral. Damit ist er nämlich prinzipiell immer auf der Seite der Guten.
    So jemandem mit dem Nachweis von Widersprüchen kommen zu wollen, ist da doch.sinnlos. Wie willst du mit Leuten diskutieren, die dich eh für einen Antisemiten halten (Begründung: Du bist ja nicht israelsolidarisch!)? Nein, diese Menschen kann man wohl vergessen. Was nicht heissen soll, dass man ihren Schrott unkommentiert lässt. Der Adressat der Kritik ist nur ein anderer.

    Comment von garrincha — 5. August 2006 @ 16:36

  11. Zu dieser unbedingten Solidarität mit Israel: Mich erinnert das an die Unterscheidung zwischen Parteinahme und Parteilichkeit, die Peter Decker bei seinem Vortrag zum WM-Nationalismus gemacht hat. Also Parteinahme insofern, dass das immer noch mit einer Begründung verknüpft ist, selbst wenn diese nur rechtfertigend nachgereicht werden sollte, während der Parteilichkeit sämtliche Begründungen verdächtig sind. Bei den Begründungen steckt nämlich prinzipiell immer noch mit drin, dass man bei einem Wegfall der Gründe auch die Parteinahme bleiben lassen würde. Und das soll gerade nicht gelten: stattdessen ist pures Dafür-Sein angesagt. (Sieht man bei den Antideutschen, wenn sie z.B. sagen, dass man nicht israelsolidarisch sein solle, weil es da Demokratie, eine offene Gesellschaft etc. gäbe – und das eben nicht, weil die ne Kritik an Demokratie, offener Gesellschaft etc. hätten, sondern weil zu befürchten ist, dass man Israel dann die Solidarität verweigern würde, würde es eine Diktatur einführen.)

    Comment von MPunkt — 5. August 2006 @ 17:38

  12. @ MPunkt

    Ja genau, der letzte Punkt ist die logisch notwendige Konsequenz einer „bedingungslosen“ Solidarität. Die darf eben nicht an Bedingungen/Gründe geknüpft sein, weil bei deren Wegfall evtl. auch der Solidarität der Boden entzogen würde.

    Der ganze Schwachsinn dieser Denke wird übrigens klar, wenn man sich mal überlegt, was damit alles ganz grundsätzlich abgenickt ist: Das reicht von gutnachbarschaftlichen Beziehungen zu einem möglichen Palästinenserstaat bis zum Atomkrieg im Nahen Osten – aber eben gerade nicht die Befürwortung kommunistischer Umtriebe in Israel selbst! Denn die könnten ja den Bestand des Staates gefährden und einen solchen (mit kapitalistischer Ökonomie!) braucht’s unbedingt, weiss man ja (wg. Nationalstaaten und so).

    Comment von garrincha — 5. August 2006 @ 18:22

  13. @ Garrincha

    Ist das wirklich die AD-Position? Bezieht sich der ‘Vernichtungswahn als konstituierender Bestandteil des postnazistischen Deutschland’ nicht doch speziell auf Juden?

    Rostock-Lichtenhagen und die andere Pogrome waren der Auftakt für das Antideutschtum und der (psychologisierende) Standpunkt: Deutschlands Bewohner wären eine Art Mordkollektiv, deren Wahn mal mehr, mal weniger ausgetobt wird – war nicht nur auf Juden beschränkt. Der Antisemitismus und die Shoa spielte zwar immer in dieser Ideologie eine elementare Rolle, aber die Schlüsse auf das „deutsche Mordkollektiv“ waren da schon eine Spur abstrakter, also eben auch auf andere Opfer dieses Kollektivs bezogen. Erst nach dem 11.9. entschloss sich zumindest ein großer Teil dieser Leute, volle Kanne Zionistenfreaks zu werden und der Auftakt, deren Feinde und Freunde adäquat zu übernehmen, war gemacht. Seither schwenkt man US-Fähnchen und blau-weiße Sternwimpel und sieht im Koran und dem Islam eine sich aufbauende Barbarei, die mit m16, f16 und Merkavas gestoppt gehört. Dem anderen Antideutsch-Teil, zu dem wohl auch ein Teil der hiesigen Blogosphere gehört, war das schlicht zu weit, weil es sich mit anderen – der Antideutschen Ideologie immanenten – elementaren Positionen widersprach. Dazu Cafe‘ Morgenland in zwei Texten: [1] und [2]. (Diese Leute gehören zu den Urahnen Antideutscher Ideologie)

    Daher zum x-ten Mal langsam und von Vorne: Sie haben gemordet und verwüstet. Minderheiten und ganze Bevölkerungsgruppen ausgerottet. Ganze Landstriche dem Erdboden gleich gemacht. Jüdinnen und Juden in Zentral-, Süd- und Osteuropa aufgespürt, um sie auf der Stelle umzubringen oder in den dafür eingerichteten Todeslager zu vergasen, zu erschlagen, zu erschießen. Sie haben fast keine Mordart ausgelassen. Sicher und beständig, Tag und Nacht. Sie haben eine riesige Tötungsmaschinerie errichtet, betrieben und instand gehalten, massenhafte Täter für massenhafte Tötung. Sie haben, ohne mit der Wimper zu zucken, über Leben und Tod entschieden und gehandelt. Sie haben Menschen in „arbeitsfähige“ und „arbeitsunfähige“, in „lebenswerte“ und „unwerte“ selektiert. Todesurteile. Dieses Verhalten der Germanen wurde später als „singulär“ charakterisiert. Einerseits, um das absolute Unverständnis und andererseits die Hoffnung, dass es einmalig bleiben soll, zum Ausdruck zu bringen. Für die allerdings, die das Ganze verbrochen hatten, wurde es als Aufforderung zur Überwindung dieser Singularität verstanden: Entweder durch „Schlussstrich ziehen“ oder durch seine Wiederholung.

    Ihre Niederlage im Jahr `45 dauerte nicht lange. Die Forderung an diese Population, die nächsten Tausend Jahre die Jüdinnen und Juden in Ruhe zu lassen und die Schnauze zu halten, hat ebenfalls nichts gebracht. 45 Jahre danach waren sie wieder Wer. Sie einigten ihre „geschundene“, geteilte Heimat und zogen wieder in die weite Welt, um die tödlichen deutschen Tugenden zu präsentieren. Im Sudan und im Balkan, in Afghanistan und demnächst (wenn es nach ihnen geht) im Nahen Osten.

    Wir erleben seit einigen Jahren (genauer gesagt seit der Wiedervereinigung) den geordneten Übergang von Masse zu Meute, von Programm zu Pogrom. Jegliche Form und Art von so etwas wie Rücksichtnahme, Hemmungen, Moral oder Ethik (also von Bändigungskonventionen der Mordlust) sind weggefegt worden, existieren nur durch ihre Abwesenheit. War der Historiker-Streit der Balsam für den deutschen Intellekt, so waren die Lichtenhagener Pogrome der Katalysator für den deutschen Instinkt. Eins steht fest: Es gibt nicht den geringsten Grund, nicht anzunehmen, dass „Auschwitz oder ähnliches sich nicht wiederholt“. Alle dafür notwendigen Grundlagen und Elemente sind vorhanden.

    Antisemitismus ist ab Auschwitz mit Vernichtungswahn gleichzusetzen. Da dies anscheinend eine Radikalisierung/Revolutionierung der deutschen Gefühle und des deutschen Treibens darstellt, ist er nur durch Reglementierung zu stoppen. Dieser Vernichtungswahn ist zuerst bei den Deutschen ausgebrochen. Die spezifisch deutsche, auf die Relativierung des deutschen Brauchtums abzielende Diskussion, ob andere auch dazu fähig wären oder sind, dient ausschließlich der Entlastung der Heimatverbliebenen. Fakt ist, die Deutschen sind die einzigen, die dem Wahn einen (Vernichtungs-) Sinn gegeben haben. Viel zu vieles spricht dafür, dass sie immer noch die einzigen sind, die diese Fähigkeit nicht nur besitzen, sondern auch kultivieren. Auch wenn der Antisemitismus stets und überall das Beständigste in dem deutschen Wesen ausmacht, bleibt dieses seinem Grundsatz treu: Das eine zu tun ohne das andere zu lassen! Die Karslis dieser Welt können sich vielleicht ändern: Die Walsers und Möllemänner niemals!

    57 Jahre nach Auschwitz zog die linke Enkelgeneration im Jahr 2002 ebenfalls mit: die einen Richtung Afghanistan, die anderen Richtung Israel. Seitdem beschimpfen sie sich gegenseitig, streiten und werfen sich alles Mögliche an den Kopf. Wir meinen zu Unrecht, denn es sieht nur nach Gegensatz aus. Sie liegen inhaltlich näher beieinander, als sie wahrhaben wollen. Wäre es in der Tat so gegensätzlich gewesen, hätten wir uns über diese hoffnungsstiftende Polarisierung gefreut. Es wäre ja ein erster Schritt gegen die volksgemeinschaftlich verfestigten Strukturen dieser Gesellschaft gewesen. Leider ist dem nicht so. Im Prinzip sind sie sich einig. Bei näherer Betrachtung kommt einer der üblichen innerfamiliären Streitigkeiten zum Vorschein. Je mehr sie sich streiten und beschimpfen, umso stärker wird ihre Ähnlichkeit ersichtlich. Zum Verwechseln ähnlich: „antideutsche“ und „linksradikale/autonome“, Rassenkundler und Historiker, Koran- und Talmud-Experten, Gruppen und ihre Therapeuten, Aktivisten und Passivisten, Globalisierungs- und Lokalisierungsgegner, alles was an Differenzierungen angeboten werden kann, ist zu einer endlosen, unüberschaubaren Masse verkommen, die Wege nach ihrer Ausbreitung sucht und findet. Die mühsam aufgebauten Dämme („Tabus“, „Anstand“ usw.) sind längst aufgeweicht, lassen eine ganze Menge an braunem Dreck durch. Ja, sie sind gebrochen.

    Eine der heftigsten, dammbruchähnlichen Wellen des antisemitischen und des antiislamistischen Hasses, der Vernichtungsphantasien, -äußerungen und -handlungen rollt zurzeit fast über den ganzen Blätterwald der linksdeutschen „Zusammenhänge“. Der Antiislamismus für die einen und der Antizionismus für die anderen sind die Einstiegsdrogen zur Befreiung Teutschlands von der Last der Vergangenheit. Der Kitt der Streithähne ist der gemeinsame Wunsch und die gemeinsame Anstrengung, endlich mal Schluss mit der nationalsozialistischen Scheiße zu machen. Heimatschutz auf Linksdeutsch.

    Oder aber so:

    Und weil Deutsche – auch in den fortgeschrittensten Therapiestadien – ohne ein zu vernichtendes Subjekt nicht auskommen können, begann das Konstruieren des Feindes, der Weltverschwörung, der unsichtbaren Macht, die alles infiltriert und die Grundfeste der Zivilisation zerstört. Der „Islamismus“ auf Linksdeutsch war geboren. Es genügte nicht mehr fundamentalistische Halsabschneider bei Namen zu nennen, es genügte nicht mehr knallharte Antisemiten, Antisemiten zu nennen, es genügte nicht mehr, Terrorakte als solche anzuprangern, es mussten vielmehr die antisemitischen Klischees, die sie alle noch im Kopf hatten, auf andere projiziert werden.
    Dieses Feindbild erfüllte zwei Grundbedürfnisse: das Ausleben der angestauten rassistischen Gefühle, nach Jahren der Rücksichtnahme gegenüber den „ausländischen Mitbürgern“ und deren kopftuchtragenden Frauen (die immer hinter ihren Männer her laufen) und die Basis für die Bildung der eigenen revolutionären Formation.
    Weil – vorerst zumindest – auf Israel positiv bezogen werden sollte, war es dadurch unmöglich weder Staat, noch Nation, geschweige denn ein deutsches Kollektiv zu bilden. Denn erst die Negation, die Abgrenzung von den Anderen schafft eine Gegenidentifikation, schafft das konstituierende Moment.

    Das ist die Möglichkeit, wie Ur-Antideutsche, den Neu- oder Postantideutschen entgegen treten. Also mit dem alten – schon verkehrten – Konstrukt des deutschen Vernichtungswahns. Oder auch, weil es sich mit bestimmten anderen linken Moralismen (gg. Krieg, gg. Rassismus etc.). Vielleicht – wenn der Vergleich auch kein Argument ist – noch die sympathischere Fraktion.

    Comment von RBR — 5. August 2006 @ 18:34

  14. Oder auch, weil es sich mit bestimmten anderen linken Moralismen (gg. Krieg, gg. Rassismus etc.)

    widerspricht

    Musste noch hin! ;-)

    Comment von RBR — 5. August 2006 @ 19:07

  15. Nein, diese Menschen kann man wohl vergessen. Was nicht heissen soll, dass man ihren Schrott unkommentiert lässt. Der Adressat der Kritik ist nur ein anderer.

    Naja, das halte ich für verkehrt, denn aus eigener Erfahrung weiß ich, dass es mgl. ist, auch diese Gedanken/Moral abzulegen, selbst wenn man 150 % antideutsch ist. So einer will ja nicht von Natur aus Moralist sein oder ist es. Ich geb zwar zu, dass das Knacken dieser mangelhaften antideutschen Ideologie sich manchmal als schwerer darstellt, als die chinesische Sprache zu lernen – da würde man wohl auf die Schnelle mehr Fortschritte machen. Allerdings unmöglich isses nicht, so jemand vom Glauben an die Gute Sache ™ abzubringen.

    Comment von RBR — 5. August 2006 @ 19:20

  16. Danke für die Infos. Hab’s erst einmal überflogen, weil grad nicht so viel Zeit. Deshalb nur kurz:
    1. Diese Morgenland-Position ist aktuell aber absolut minoritär, oder? Kann mich nicht erinnern, in der letzten Zeit über etwas in der Art gestolpert zu sein.

    2. Die Zitate selbst sind ja sauschlecht! Die haben das Begründen offenbar komplett eingestellt. Ausserdem können sie sich auch nicht die weit verbreitete Unsitte verkneifen, das Argument der Formulierung zu opfern!

    3. Nein, ein anti-deutsches Gen („von Natur aus Moralist“) gibt es ebenso wenig wie ein deutsches, da hast du Recht!
    Nur, das zu bohrende Brett ist halt ne ganze Ecke dicker als bei anderen Menschen … :-)

    Comment von garrincha — 5. August 2006 @ 20:36

  17. @ garrincha

    Sagen wir mal so: Das sind echt nur noch ein paar Rudimente der Alt-Antideutschen, die meisten haben tatsächlich den Übergang gemacht zu dem, was Du heute unter diesem Label so kennst. Zumindest war das aber schon der Ur-Gedanke, der allen ADs gemein war, vor allem bei den Vorreitern der KONKRET. Und wie gesagt, völlig weg ist der Gedankengang nicht, man findet ihn halt in besonderer Gestalt bei deren Kritik des Antisemitismus – aber wie schon festgestellt nur noch dort.

    Ja, Cafe‘ Morgenland is schon ziemlicher Schrott. Was man an denen noch hochhalten kann, ist die Tatsache, dass die schon frühzeitig – während die meisten Antideutschen den war on terror bejubelten und die Moslems ins Visier nahmen – merkten, wohin die antideutsche Reise geht; aber das war’s dann schon, weil’s nicht mit den richtigen Begründungen kam, sondern wie ebenfalls festgestellt – mit dem alten antideutschen Standpunkt.

    Bei Ascetonym gabs mal in Ansätzen eine Debatte mit so einem Ur-Antideutschen (Adornit vs. Administrator).

    Comment von RBR — 5. August 2006 @ 21:30

  18. Die Morgenland-Sachen sind von Anfang Neunziger und die Gruppe wurde schon damals von der Szene gedisst, so z.B. in Konkret. Als Beispiel für eine „AD-Position“ sind sie deshalb ungeeignet.

    Comment von schnipp — 6. August 2006 @ 12:53

  19. @ schnipp

    Ist ja wirklich nochmal die Frage, warum die gedisst wurden, denn die Szene disst ja bekanntlich schon, wenn man falsch furzt. Jedenfalls ist doch der in den Texten zitierte Gedanke, um den es hier geht – Deutsche als mit Vernichtungswahn ausgestattetes Mordkollektiv – Konsens in der „Szene“ gewesen, oder irre ich?

    Übrigens sind die Texte von Anfang 2000 und wie gesagt, mir kams auch auf deren Inhalt an.

    Was wäre denn repräsentativer, um mal nachzuschauen

    Comment von RBR — 6. August 2006 @ 13:07

  20. Nachtrag:

    Hier ein historisch aufbearbeiteter Text zu den Antideutschen, der neben dem hier besprochenen Inhalt auch noch weitere Elemente dieser Ideologie benennt:

    Die Entstehung der antideutschen Position war also wesentlich mit der Wahrnehmung des rassistischen Alltags verknüpft. Ein kurzer Blick in die Chronik von Überfällen deutet an, welches Ausmaß an Gewalt und Men-schenverachtung Bestandteil der völkischen Offensive und des darauf reagierenden staatlichen Rassismus war. In der Zeitspanne von 1993-2001 starben 58 Menschen bei Brandanschlägen auf Flüchtlingsunterkünfte, 511 wurden erheblich verletzt, 11 Menschen starben durch rassistische Angriffe auf der Straße. Durch Maßnahmen des staatlichen Rassismus kamen 261 Menschen ums Leben. Nicht nur der tödliche Rassismus und das sichtbare Anwachsen der Nazi-Szene führte dazu, dass antideutsche Linke und andere die Gefahr eines ?Vierten Reiches? diskutierten. Gegenstand dieser Auseinandersetzung waren noch eine ganze Reihe weiterer sich abzeichnender politischer Restriktionen. Eine Welle innenpolitischer Verschärfungen brach sich Bahn: Als deutsches Konsens-projekt war 1993 die de facto-Abschaffung des Asylrechts zu erleben. In Sachsen begann ein Jahr später eine Reihe von Durchsetzungen schärferer Länderpolizeigesetze. Mit ihnen wurde unter anderem der tödliche Schusswaffengebrauch für Beamte erleichtert ? der Euphemismus für den staatlichen Mord nennt sich ?finaler Rettungsschuss?. Zudem wurde die bis dahin verfassungsmäßige Trennung von Ordnungsbehörden und Ge-heimdiensten ? eine Konsequenz aus dem Nationalsozialismus ? ausgehöhlt. In den besagten antideutschen Zeit-schriften wurde nicht nur das mit Bezug auf die deutsche Vergangenheit diskutiert. Ebenso fanden hier Überle-gungen über die erwartbaren gesellschaftlichen Reaktionen auf sich abzeichnende Tendenzen einer Wirtschafts-krise statt. Der in den Sphären der Politik immer deutlicher geäußerte Wille, das die ökonomische Macht Deutschlands auch politisch in der Welt an Einfluss gewinnt, Deutschland also wieder Weltmacht wird, war ein weiterer Bestandteil einer Wirklichkeit, die selbst die düstersten bewusst die Analogie zur Entwicklung des NS suchenden Prognosen plausibel erscheinen ließ. […] Eine intensive Auseinandersetzung mit der Bedeutung der deutschen Verbrechengeschichte, eine Diskussion über ihre gesellschaftlichen Ursachen und über die Auslassungen der Linken auf diesem Gebiet war unumgäng-lich. Das war und ist bis heute eine Diskussion über individuelle Entscheidungsspielräume der deutschen Täter. Die Ansicht von ihrer Schuldhaftigkeit musste sich gegen auch in der Linken weitverbreitete Bilder von harmlo-sen, zum Mitmachen gezwungenen Deutschen durchsetzen. Dabei wurde ? zumindest in der Debatte wie sie Mitte und Ende der 90er Jahre die antideutschen Zeitschriften prägte ? nicht einfach nur ein mystisches deut-sches Wesen konstruiert. Für uns drehte sich jedenfalls die Diskussion immer um die Pole der Gleichgültigkeit einer instrumentellen Vernunft im Kapitalismus und dem Hass der Deutschen, deren Wut gegen die Juden sich ohne zweckrationalen Nutzen vollzog. Es ging und geht, um die Erklärung des Verhältnisses von Kalkül und Wahn, wie es im NS seine singuläre Zuspitzung erfuhr. Hilberg und Hanna Arendt, Goldhagen und Adorno, Küntzel, Rens- und Ebermann, dass waren gängige Literaturangaben.

    Comment von RBR — 6. August 2006 @ 13:51

  21. Zum schreien komisch und voll witztisch – ich bin schon seit Stunden am lachen über diesen grandiosen Text. So wird man Anti-Antideutscher: lass dir das Humorzentrum amputieren und versuch pausenlos „bissige“, „zynische“ oder „lustige“ Bemerkungen über die antideutschen Pappkameraden zu reißen. In etwa so komisch wie der Quatsch-Comedy-Club und Landserhumor in einem.

    Comment von l f o — 7. August 2006 @ 11:57

  22. „Zwar starben alleine während des Invasion des Libanons im Jahre 1982 mehr als 20.000 Libanesen und Palästinenser, während im Vergleich während des gesamten Konflikts seit 1948 circa genauso viele Israelis ums Leben kamen.“

    … das macht einen ermordeten Juden am Tag, 60 Jahre lang… die sollen sich nicht so anstellen… gibt doch mehr als genug Juden…

    „Du wohnst in Berlin Kreuzberg oder in Friedrichshain, kannst tagsüber im Görlizter Park oder im Volkspark liegen“

    - in der Tat ein Verbechen; der antideutschen Burgeois wälzt sich in der Sonne, während anderswo die Söhne Palästinas ihr edles Blut im Kampf gegen das zionistische Monster geben.

    „Nutze stets die Shoa, um deinem Antiarabismus oder deiner Islamophobie Nachdruck zu verleihen.“

    In der Tat… wer diesen knuddeligen Islam nicht einfach lieb hat, und dir obendrein ständig mit diesen ollen Kamellen vom Holocaust in den Ohren liegt, der kann nur ein verblendetes Rassistenschwein sein…

    „Oder du setzt wie Dershowitz einen drauf und zeigst auf, dass alle Verhandlungsscheiterungen stets von palästinensischer Seite verursacht wurden.“

    Wie gut daß der sich durch seinen stockjüdischen Namen von vornherein disqualifiziert… brauch man schon nicht mehr argumentieren…

    „Auf Antikriegsdemos werden natürlich nur die reaktionären Teilnehmer erfasst und diese dann schön in den Blogs und Internetseiten veröffentlicht“

    Aber nein… Wenn du zusammen mit Nazis, Antisemiten und Irren demonstrierst ist das einfach nur Politik, wer wird denn so unredlich sein und dir das vorwerfen…

    „Karrikaturen, wo der israelische Soldat als heroischer Kämpfer, der Frau und Kind schützt, der Araber aber nur als feiger hinterhältiger Meuchelmörder, der
    sich hinter Kind und Weib verschanzt, dargestellt wird.“… „‚dreckige Araberfressen‘…“.

    Interessant… Quellenangabe…? Oder fantasieren wir hier ein bischen, schmeissen mit Dreck aus dem Reservoir unseres eigenen Rassismus? Irgendwas wird schon hängenbleiben…

    “ Die üppige Verwendung des Wortes „Selbstverteidigung“ und “Schutzhort der Juden weltweit”, auch wenn sich der israelische Staat einen Dreck um das Individuum schert und die eigene Bevölkerung nur zur Erreichung seiner Ziele vernutzt. Der Schutz der israelischen, und hier vor allem der jüdischen Bevölkerung legitimiert jede noch so große Sauerei.“

    Diese Sauerei-Juden mit ihrem Schutzhort… diesem Staat, der sich nicht um das Individuum sorgt, wie es sonst jeder tolle Staat tut, zum Beispiel Vater Staat…

    „Werfe alle in einen Topf. Hamas und Fatah, DFLP und PFLP, Dschihad und libanesiche Hizbollah.“

    Aber nein… die einen ermorden israelische Zivilisten aus schiitischer, die anderen aus sunnitischer, aus nationalistischer, oder sozialistischer Ideologie… Wer da nicht unterscheidet, ist ein fieses kriegstreiberisches antideutsches Rassistenschwein… oder gar gleich ein … Zionist … (Gottvaterjesusmariaimhimmel)

    „Vermeide es, das Auseinanderreissen des gesamten Westjordanlandes zu erwähnen, die Bildung von Enklaven, das Zerstören von Olivenbaumplantagen, das Verwehren des Zugangs zu den Feldern und die weiterhin angestrebte Besetzung des gesamten Jordantals.“

    Was ist schon ein erschossener jüdischer Nazisiedler gegen einen autochton aus arabischer Erde gewachsenen Olivenbaum?

    „Suche notfalls ein Mauerstück, wo du behaupten kannst, dass dort früher Gewehrschützen auf Autos und doppelstöckige Linienbusse schießen konnten.“

    Wer behauptet es seien regelmäßig palästinensische Mörderbanden nach Israel eingedrungen, bewegt sich eben hart an der Grenze von Mithrandirs Realität. Und wenn schon… dann haben sie schlimmstenfalls auf doppelstöckige Linienbusse geschossen… die Dinger sind sowieso scheisse….

    „Berichte niemals darüber, dass es Wochen dauert die Genehmigung für die Behandlung einer schweren Krankheit oder Verletzung in israelischen Krankenhäusern zu bekommen“

    So sind sie, die Juden… erst behandeln sie die Palästinenser in ihren Krankenhäusern; und dann haben sie doch die Chuzpe, ihre Grenzen zu schliessen… nur wegen so einem kleinen Anschlag…

    „Behaupte immer, die Sperranlage sei ein Hindernis für Terroristen, obwohl er erwiesenermaßen nur für einseitige und abschließende Verhältnisse …“

    Einseitig ist die Mauer in der Tat… sie hält palästinensische Terroristen davon ab, israelische Zivilisten zu ermorden… sie hält aber keine israelischen Terroristen von palästinensischen Zivilisten fern… Warum nicht? nun… es gibt keine… Diese Scheissmauer, schützt das Leben von Israelis… Apartheid! Eiserner Vorhang! Weg mit dem Ding!

    „Im Gegensatz zu den palästinensischen Autonomiegebieten ist Israel eine westliche Demokratie, in der oben die Ashkenasim stehen, dann die Sephardim und ganz unten die arabische Bevölkerung.“

    In Israel herrscht das drei-Klassen-Wahlrecht? Nein? Ein Wahlrecht für alle? Die arabischen Israelis haben auch eigene Parteien? Na gut… Aber Rassismus gibt es in Israel! Rassismus!!! Den haben wir hier in Deutschland doch spätestens seit „Kanak Attack“ dialektisch aufgelöst… Anachronistische Staaten wie Israel, in denen es tatsächlich noch Rassismus gibt, gehören beseitigt, aber Zack, mit einer proletarischen Revolution… man hört zwar wenig von Kommunismus aus Palästina, aber mein Gott, man muss die Massen abholen wo sie stehen, gell?

    „Lässt du mal einen Araber oder Muslime zu Wort kommen, was möglichst selten der Fall sein sollte, dann nimm welche wie Hirsi Ali.“

    Ganz recht… solche wie Hirsi-Ali sind gar keine richtigen Araber… die machen gar keinen gerechten Jihad… und fallen dem Islam in den Rücken… statt ihre Probleme auf Israel zu projizieren…

    „Jeder Mainstream-Palästinenser, der aus guten Gründen Zweifel an der Politik des Staates Israel und dessen Friedenswillen hat, ist für uns ein Gegner des Friedens und des Judenstaates an sich.“

    Die „Mainstream-Palästinenser“ haben Hamas gewählt… und ich bin heilfroh nicht in der Lage zu sein mir überlegen zu müssen wie man mit denen Frieden schließen soll… und Mitrandir sollte das auch sein… und einfach mal die Fresse halten…

    „Zwar stehen sich in diesem Konflikt zwei sehr unterschiedliche Parteien gegenüber, nämlich auf der einen Seite eine bis an die Zähne bewaffnete, mit Panzern, F-16, U-Booten und Atombomben ausgerüstete “Demokratie” mit “freier Presse”, “Gewaltenteilung” etc.“

    Ganz recht… bürgerlicher Schwachsinn, diese „Demokratie“, „freie Presse“ und „Gewaltenteilung… was wirklich in Israel herrscht ist der militärisch-industrielle Komplex. Dagegen setzen wir die arabischen Massen, deren spirituelle Einigkeit, Heroismus und gesundes Volksempfinden… Intifada bis zum Sieg!

    „Und auf der anderen ein seit 50 Jahren besetztes, von palästinensischer Seite unkontrollierbares Chaos, in dem ein großer Teil der Menschen seit Jahrzehnten eingesperrt ist, perspektivlos vor sich hinvegitiert und, wie in Gaza, 50% Arbeitslosigkeit herrscht und die dichteste Bevölkerungsdichte weltweit vorweisen kann.“

    Und wer ist schuld daran?

    „Zwar haben die Palästinenser nur Kalaschnikows und selbsgebastelte Kassamraketen. Du aber musst den Eindruck erwecken, dass eine einsame, von aller Welt gehasste Nation gegen die sie ganz umzingelnden arabischen Horden ankämpft, dass die widerlichen Selbstmordattentate oder die absolut nicht wirksamen Kassamraketen gleich die gesamte Existenz des israelischen Staates in Frage stellen könnten.“

    Wie oben schon erwähnt… mit Zahnstochern quasi haben sie tausende Israelis ermordet… die wollen doch nur spielen!

    „Der Judenstaat: Hab Verständnis. Hab noch mehr Verständnis. Es geht ja um den Schutz aller Juden weltweit.“

    Gut das es noch Mitrandir, den Blogger ohne Furcht, der dem Scheiss-Judenstaat und seinen deutschen Judenfreunden aber mal richtig schreibt wo der Hammer hängt.

    „die eigene aus arabischen Ländern stammende jüdische Bevölkerung über Jahrzehnte unterdrückt und rassistisch diskriminiert“

    In der Tat… die haben seit Jahrzehnten gewartet daß das Internetzeitalter kommt, und Knallchargen wie Mitrandir ihnen ihre Rechte herbeizetern.

    „Beachte: Israelis nie im Aktiv erwähnen! Israelis werden von Bomben und Kassamraketen zerfetzt, aber sie ermorden niemals Palästinenser.“

    So sind sie, die Berufsjuden aus Israel… ewig hängen sie rum und lassen sich zerfetzen, aber wenn sie mal aktiv werden, dann gehen sie straight drauf los und ermorden Palästinenser im Dutzend.

    so… das war jetzt aber ein ziemlicher Overkill für so ein kleines Blogwürstchen… „schönen“ Tag wünsche ich noch.

    Comment von Nase — 7. August 2006 @ 12:03

  23. Im Text stehen schon Begründungen zur Sache drinnen, auf die Du gerne mal inhaltlich eingehen kannst, oder hast Du die übersehen, weil Du eher mal mit einem „Landser“ Vorwurf denunzieren wolltest?

    Mensch, LFO, begreif doch endlich mal, dass polemische Kritik und Wissenschaft kein Happy Hardcore ist und jetzt sei nicht so beleidigt, sondern bring eine Kritik wie zB garrincha oder RBR oben es ja auch geschafft haben. Es geht also auch, den Text inhaltlich zu kritisieren.

    Comment von The_Red_Sparrow — 7. August 2006 @ 12:08

  24. Ich werde morgen auf den langen Beitrag antworten. Ich habe heute morgen nicht geschafft ihn zu Ende zu bearbeiten und bin jetzt arbeiten, werde dem aber morgen früh nachkommen.

    Comment von Lathandir — 7. August 2006 @ 15:43

  25. Mach mal, wobei Du eigentlich nur auf Deinen Text verweisen musst, der Typ is ja der total verhetzte Prototyp davon!

    Comment von The_Red_Sparrow — 7. August 2006 @ 15:48

  26. Danke Roter Geier… zuviel der Ehre.

    Comment von Nase — 8. August 2006 @ 01:41

  27. Das war jetzt kein Argument, oder?

    Comment von The_Red_Sparrow — 8. August 2006 @ 09:40

  28. Nein, das war nur eine spöttische Bemerkung an einen hirnlosen Rabulisten.

    Comment von Nase — 8. August 2006 @ 13:36

  29. So mehr als Beleidigungen kriegste auch nicht raus…fragt sich daher, wem das Hirn hier fehlt. Warte doch wenigstens auf die Argumente von Lathandir, Du Broder-Verschnitt, dann kannst Du Deine Polemiken zur Sache erneut vortragen…vielleicht werden sie ja noch gut.

    Comment von The_Red_Sparrow — 8. August 2006 @ 13:46

  30. @ RBR

    Wenn du ein Beispiel dafür haben möchtest, warum die Diskussion mit „Israelsolidarischen“ m.E. sinnlos ist, dann schau dir mal bei lysis den KKE-Thread an.

    Das geht eine ganze Zeit argumentativ, ohne Pöbelei hin und her, bis dann der Punkt erreicht ist, der bei diesem Thema todsicher immer kommt: Halt’s Maul zu Israel! Lysis verkündet das Ende der Debatte (diesmal, war ja im KF auch schon mal grobschlächtiger zu hören!) in Form des selten bescheuerten Gremliza-Bonmots (eine intellektuelle Bankrotterklärung erster Klasse!), man ist ja schließlich Intelleller … :-) Und wenn der Verlauf solcher Debatten schon bei jemandem, der nun nicht gerade für seine Weigerung sich auf Debatten einzulassen bekannt ist, vorhersehbar ist wie das Amen in der Kirche, wieso sollte das bei dem Rest der Iso-Deppen anders sein?

    Kannst ja als Anschauungsmaterial den offenbar aus einer Kita (blau-weiss Merkava?) entsprungenen ADF-Menschen und diesen torsun – das ist doch dieser debil dauergrinsende Pausenclown, oder? – nehmen, der unbedingt (‚Herr Lehrer, ich weiss auch was!‘) sein Freud-Zitat los werden will …

    Nein, das muss man doch nicht unbedingt haben, oder?

    Comment von garrincha — 8. August 2006 @ 21:35

  31. Also ich kann das bestätigen. Mittlerweile wurde ich gesperrt bzw. als Spam bei Lysis identifiziert und ich kann nichts mehr posten, naja…

    Und da wird grad bei Torsun sind, der offenbar denkt, dass er seine Fans verliert, wenn er erst einmal anfängt, zu argumentieren…hier meine Kritik an seinem blöden Freud-Zitat:

    “Man muss doch ein Antisemit sein, um solche Schlüsse zu ziehen, merkst du das nicht?”

    nee, das merkt er nicht, und das wird er nicht merken, denn:

    “den wahn natürlich niemals erkennt, wer in selbst noch teilt.” (s.freud)

    da ist jede diskuszion überflüszig.

    Ach Torsun, Du bist und bleibst die theoretische Flachpfeife der Antideutschen, den Spruch hast Du früher im KF auch immer gebracht, wenn Du keine Argumente mehr hattest…zumal er total billig zu haben ist! Das kann man wirklich bei allem und jedem bringen, wenn man nur denunzieren will. Ganz easy auch für die Antideutschen anwendbar…woher weißt Du denn, dass Du nicht wahnsinnig bist und wir die Stimme der Vernunft, die bei Dir immer wieder scheitern?! Tja, die blöde Abstraktheit dieses Satzes macht das halt her…ein Argument geht freilich anders, aber schön, dass Du – vielleicht! – mal ein Buch gelesen hast, welches nicht von Säuferei handelt! :-)

    Was waren KKE Debatten eigentlich?

    Comment von The_Red_Sparrow — 8. August 2006 @ 23:33

  32. Und wenn der Verlauf solcher Debatten schon bei jemandem, der nun nicht gerade für seine Weigerung sich auf Debatten einzulassen bekannt ist, vorhersehbar ist wie das Amen in der Kirche, wieso sollte das bei dem Rest der Iso-Deppen anders sein?

    Ja, wobei ich diesen verallgemeinernden Schluss nicht teilen kann…is echt ne Frage des Einzelfalls. Lysis is da recht – freundlich – „eigen“. Und er wiederum ist auch nicht unter das Hardcore-Israel-Freaktum zu subsumieren.

    Meiner Ansicht nach kann man – so als Strategie – durchaus an Antideutsche mit einer Staatskritik herankommen, wenn man mal den Staat Israel außen vorlässt und die Herrschaftstechniken erörtert. Soll jetzt kein Erfolgsrezept sein, allerdings mangelt es m.A. nach bei denen an einer Staatsbestimmung, auch wenn die immer so tun, als hätten die eine. Und wenn man da mal getrennt vom Hurra-Patriotismus diskutiert, kann man vielleicht auch einmal durchdringen.

    Schließe mich der Frage von ReSp an: Was sind KKE Debatten?

    Comment von RBR — 8. August 2006 @ 23:46

  33. Lieber Nase, eigentlich habe ich andere Dinge zu tun als mich mit Provokommentaren abzugeben. Dennoch habe ich mal ein wenig zu Deinem Geschreibsel geantwortet. Man verzeihe mir, dass ich mir keine große Mühe gegeben habe. ABer was soll man denn noch auf so ein Zeug antworten? Gehen wir die einzelnen Antworten Deinerseits durch:

    “Zwar starben alleine während des Invasion des Libanons im Jahre 1982 mehr als 20.000 Libanesen und Palästinenser, während im Vergleich während des gesamten Konflikts seit 1948 circa genauso viele Israelis ums Leben kamen.”

    … das macht einen ermordeten Juden am Tag, 60 Jahre lang… die sollen sich nicht so anstellen… gibt doch mehr als genug Juden…

    Ich weiß nicht, ob es Dir aufgefallen ist, aber der Orginaltext stammt nicht aus meiner Feder. Denn gerade dort wird doch genau auf diese Art und Weise argumentiert. Da werden die Toten einfach heruntergespielt. Und zwar nicht allgemein, sondern NUR auf palästinensicher Seite. Es wird doch gerade immer so getan, als ob NUR die israelische Seite UNSCHULDIGE Opfer hätte, auf palästinensicher Seite jedoch nur TÄTER getötet werden. Es geht ja genau eben nicht UM die Toten Israelis bzw. jüdischen Israelis. Ich will ja eben keinen Bodycount aufmachen. Aber wenn die parteilichen ADs, also auch du, wie man ja weiter unten lesen kann, immer die nicht geringe Anzahl von Toten auf arabischer Seite ausblenden, dann hat das aus Ihrer Sicht ja schon Gründe, oder etwa nicht? Indem ich aufzeige, wieviele Tote es durch den israelischen Staat auf arabischer Seite während eines einzigen Krieges gab, unterstellst Du mir dann im Gegenzug, ich würde damit die Toten Israelis rechtfertigen oder sogar gutheissen. Sehr billige Polemik, welche einfach mal vom Inhalt des Textes absieht. Dabei feiere ich im Gegensatz zu Euch, die ihr da bei jedem Toten Araber freudig mit der Israelfahne wedelt, sicherlich nicht tote Juden bzw. Israelis ab. Im Gegenteil: anstatt sie da potentiell wie ihr auch noch anzuheizen (gut, dass Ihr da so unerfolgreich seid und der israelische Botschafter Euch mit den Worten „Wir brauchen Frieden, Waffen haben wir genug!“ rausgeschmissen hat, als Ihr Spendengelder für „Waffen für Israel“ übergeben wolltet), sollte man doch beide Seiten auf ihre eigenen Schädigungen aufmerksam machen, die sie sich gegenseitig durch Ihren Nationalismus zufügen.

    “Du wohnst in Berlin Kreuzberg oder in Friedrichshain, kannst tagsüber im Görlizter Park oder im Volkspark liegen”

    - in der Tat ein Verbechen; der antideutschen Burgeois wälzt sich in der Sonne, während anderswo die Söhne Palästinas ihr edles Blut im Kampf gegen das zionistische Monster geben.

    Schon wieder ein Fehler Deinerseits. Du verwechselst Polemik mit Kritik. Auch hier kann ich nur wieder auf den Orginaltext verweisen. Du unterstellst mir eine Parteilichkeit für den palästinensichen Staatsgründungsterror, der in diesem Text in keiner Weise zum Ausruck kommt. Es ist ja eben gerade der Fall, dass da beide Seiten, wie ich auch im Text schrieb, nicht gerade zimperlich mit den Menschennutzungsmassen umgehen, die sie für Ihre Ziele GEBRAUCHEN. Das ist ein wesentlicher Unterschied zu der Partei ergreifenden Seite, wie Du sie darstellst oder aber diejenigen, die die Intifada abfeiern.

    “Nutze stets die Shoa, um deinem Antiarabismus oder deiner Islamophobie Nachdruck zu verleihen.”

    In der Tat… wer diesen knuddeligen Islam nicht einfach lieb hat, und dir obendrein ständig mit diesen ollen Kamellen vom Holocaust in den Ohren liegt, der kann nur ein verblendetes Rassistenschwein sein…

    In der Tat ein Fehler meinerseits. RBR hat das richtigerweise kritisiert. Der Rassimus gegenüber Araber und Muslime stellt ja gerade erst die Folge der Parteilichkeit mit dem israelischen Staat dar. In diesem Sinne ist der Text nicht korrekt. Das heisst, bei den Antideutschen ergibt sich die Parteinahme für den israelischen Staat nicht aus ihrer Islamophobie oder Ihrem Rassismus gegenüber Arabern/Muslime, wie es sich z.B. bei den Demokratiefans aus der bürgerlichen Ecke ergibt, welche dann die Shoa tatsächlich instrumentalisieren. Sondern genau anders herum. Der Rassisimus gegenüber Arabern und Muslimen ergibt sich aus der Parteinahme für Israel, da diese den vermeintlichen Feind Israels bzw. des Schutzhortes der Juden darstellen. Das muss ich korrekterweise in der Form zurückziehen. Der Rassimus bleibt allerdings dann trotzdem bestehen.

    “Oder du setzt wie Dershowitz einen drauf und zeigst auf, dass alle Verhandlungsscheiterungen stets von palästinensischer Seite verursacht wurden.”

    Wie gut daß der sich durch seinen stockjüdischen Namen von vornherein disqualifiziert… brauch man schon nicht mehr argumentieren…

    Komische Kritik. Was hat denn das jetzt mit dem Namen zu tun? Es gibt ja genauso Kommunisten oder Kritiker des israelischen Staates mit jüdischem Hintergrund. Ich verbitte mir also jegliche Kritik von Euch an diesen! merkst du was? Du machst die Kritik an seiner Aussage jetzt daran fest, dass dort ein Jude kritisiert wird und nicht sein Argument bzw. seine Falschdarstellung. Das ist schon eine sehr seltsame Verhaltensweise, die Du an den Tag legst. Es ist mir nämlich gelinde gesagt scheiss egal, wer da eine solche Aussage machte. Wenn sie eine Falschdarstellung ist, ist sie eine Falschdarstellung. Dershowitz war jetzt gar nicht der Aufhänger, sondern die Aussage. Aber es ist wieder typisch, dass gerade DU seine jüdische Herkunft thematisieren musst, obwohl diese gar keine Rolle spielte. Zum Scheitern der Verhandlungen: Ich habe schon einmal in Kurzform Camp David kritisiert bzw. aufgezeigt, dass von den Fakten her nicht Arafat die Verhandlungen scheitern ließ und zwar hier. Leider leitest Du abermals damit eine Parteinahme meinerseits für die palästinensiche Seite ab, obwohl diese Darstellung der Fakten ja eigentlich nur die an den Haaren herbeigezogene Argumentation der Antideutschen widerlegen soll. Ob Arafat oder Barak die Verhandlungen abbrachen ist mir übrigens ziemlich scheissegal.

    “Auf Antikriegsdemos werden natürlich nur die reaktionären Teilnehmer erfasst und diese dann schön in den Blogs und Internetseiten veröffentlicht”

    Aber nein… Wenn du zusammen mit Nazis, Antisemiten und Irren demonstrierst ist das einfach nur Politik, wer wird denn so unredlich sein und dir das vorwerfen…

    Dass da immer ein paar Irre/Antisemiten/Nazis auf solchen Demos gegen Kriege (sei es Irak, Kosovo, Afghanistan oder Libanon) teilnehmen, ist ja gar nicht zu bestreiten. Zumal ich nicht mit jenen demonstriere. Die Gegenseite geht dann mit Pro-Köln und dem PBC hausieren. Merkst du denn nicht, dass sich da wieder gleiches vorgeworfen wird? Da wird generell alles in einen Topf geworfen. Den ADs wird vorgeworfen, dass sie mit rechten Christen, die Abtreibung als Babyholocaust bezeichnen oder mit rechten Bürgerbewegungen, die offen rassistisch und islamophob argumentieren, gemeinsame Sache machen. Und Linke werden dann einfach Antisemiten und Nazis zugerechnet, weil sie auf einer Demo gegen den Krieg teilnehmen, wo dann oft arabische Nationalisten und auch teilwiese einzelne Nazis auftreten. Da wird auf der einen Seite Israel mit der „Verteidigung des Westens“ oder der „Zivilisation“ gleichgesetzt und damit implizit die Araber als „nichtzivilisiert“ stigmatisiert oder auch mal als „nationalsozialistisch“ abgetan, wie es immer schön in bestimmten Zeitschriften zu lesen ist. Auf der anderen, nicht minder nationalistsichen Seite, die im Konflikt ja gerade nicht die Überlegene ist, wird Israel mit den Nazis gleichgesetzt. Ich sehe da kaum Unterschiede in der Argumentation, da beides falsch ist.

    “Karrikaturen, wo der israelische Soldat als heroischer Kämpfer, der Frau und Kind schützt, der Araber aber nur als feiger hinterhältiger Meuchelmörder, der
    sich hinter Kind und Weib verschanzt, dargestellt wird.”… “‘dreckige Araberfressen’…”.

    Interessant… Quellenangabe…? Oder fantasieren wir hier ein bischen, schmeissen mit Dreck aus dem Reservoir unseres eigenen Rassismus? Irgendwas wird schon hängenbleiben…

    Du willst Quellen? 1, 2, 3, 4. Das „dreckige Araberfressen“ stammt übrigens aus einem Vortrag von Justus Wertmüller (bahamas) zu den Riots in Frankreich.

    ” Die üppige Verwendung des Wortes „Selbstverteidigung“ und “Schutzhort der Juden weltweit”, auch wenn sich der israelische Staat einen Dreck um das Individuum schert und die eigene Bevölkerung nur zur Erreichung seiner Ziele vernutzt. Der Schutz der israelischen, und hier vor allem der jüdischen Bevölkerung legitimiert jede noch so große Sauerei.”

    Diese Sauerei-Juden mit ihrem Schutzhort… diesem Staat, der sich nicht um das Individuum sorgt, wie es sonst jeder tolle Staat tut, zum Beispiel Vater Staat…

    Auch das wurde schon sehr oft auseinandergenommen, OB der israelische Staat denn wirklich zum Zweck hat den Juden weltweit einen Ort des Schutzes vor Antisemitimus zu gewähren. Ich kann da nur wieder auf andere Diskussionen verweisen, wie z.B. folgende: 1, 2, 3. Aber wenn Du es wünschst, können wir das nochmal ganz von neu aufziehen, wie denn so ein bürgerlicher Staat funktioniert in der Staatenkonkurrenz und ob es denn seine Aufgabe ist seine Bevölkerung zu beschützen oder zu vernutzen.

    “Werfe alle in einen Topf. Hamas und Fatah, DFLP und PFLP, Dschihad und libanesiche Hizbollah.”

    Aber nein… die einen ermorden israelische Zivilisten aus schiitischer, die anderen aus sunnitischer, aus nationalistischer, oder sozialistischer Ideologie… Wer da nicht unterscheidet, ist ein fieses kriegstreiberisches antideutsches Rassistenschwein… oder gar gleich ein … Zionist … (Gottvaterjesusmariaimhimmel)

    Auch hier wiederholst Du nur die Argumentation, die ja gerade unterstellt wurde: „Die Araber/Palästinenser“ toben sich in ihrem Antisemitismus nur aus Selbstzweck, also auf Grund von Judenhass, aus. Da sind nicht unterschiedlichste nationalistische Anschaunungen unterwegs. Der Antisemitismus knüpft also Deiner Meinung nach NICHT an den Nationalismus an, sondern der Antisemitimus ist der GRUND, dass da Leute nationalistisch unterwegs sind und Israel weg weg haben wollen.

    “Vermeide es, das Auseinanderreissen des gesamten Westjordanlandes zu erwähnen, die Bildung von Enklaven, das Zerstören von Olivenbaumplantagen, das Verwehren des Zugangs zu den Feldern und die weiterhin angestrebte Besetzung des gesamten Jordantals.”

    Was ist schon ein erschossener jüdischer Nazisiedler gegen einen autochton aus arabischer Erde gewachsenen Olivenbaum?

    Abermals eine seltsame Provokation Deinerseits. Da wird dann eine Unterdrückung oder Herrschaft, die der israelische Staat über das Westjordanland oder Gaza ausübt mit dem Schutz von Siedlern gerechtfertigt. Du bewegst Dich ständig auf der Stufe der Kritik, die ja gerade durch den Text kritisiert wird. Fakten werden ausgeblendet oder heruntergespielt. Darf ich das jetzt als Zuspruch empfinden, dass Du es als richtig findest, wenn dort Siedlungen gebaut werden bzw. dass Du dies unterstützt? Auf die Argumentation bin ich jetzt ja mal gespannt.

    “Suche notfalls ein Mauerstück, wo du behaupten kannst, dass dort früher Gewehrschützen auf Autos und doppelstöckige Linienbusse schießen konnten.”

    Wer behauptet es seien regelmäßig palästinensische Mörderbanden nach Israel eingedrungen, bewegt sich eben hart an der Grenze von Mithrandirs Realität. Und wenn schon… dann haben sie schlimmstenfalls auf doppelstöckige Linienbusse geschossen… die Dinger sind sowieso scheisse….

    Die ganze Zeit die gleiche Argumentation Deinerseits. Wieder einmal muss ich auf den Orginaltext verweisen, der genauso wie Du argumentiert. Da wird sich nicht angeschaut, wozu denn diese Mauer und der Zaun überhaupt dient, sondern es wird per se behauptet, er würde wirklich nur dem Schutz der Israelis dienen. Aber wenn dem so wäre, warum wurde er dann gerade nicht auf der Green Line bzw. der Grenze von 1967 errichtet, wenn nicht, um Land zu annektieren und das palästinensiche Gebiet zu zerstückeln und von Jordanien etc. zu isolieren? Das zu erklären bleibst Du abermals schuldig und argumentierst gerade wieder in entgegen gesetzter Richtung, wie es so mancher sog. „Antiimp“ macht. Wobei jene in Bezug auf die Mauer wenigstens ein wenig mehr den Punkt treffen, als du es tust. Ob dann dabei auf Kosten des palästinensichen Zwangskollektivs ein Schutz für die Bevölkerung Israels herausspringt, will ich nichtmals bestreiten. Aber der Schutz ist sicherlich nicht der Hauptzweck, denn sonst würde da auf ganz andere Art und Weiese Frieden geschlossen und es würde eben keine Siedlungen etc. geben. Es geht dabei vielmehr um den Zynismus, den Ihr da an den Tag legt, indem ihr den bau und die Annektion incl. der Siedlungen GUTHEISST, eben weil dabei als Nebeneffekt auch noch ein sicheres Homeland für die Israelis rausspringt. Naja, so kann man dann auch wieder alles rechtfertigen. Jedes Massaker ist notwendig. Wenn du dann konsequent bleibst, darum bitte ich dich, müsstest du ja eigentlich eine Ausweisung aller Araber aus Israel und aller Araber aus den besetzten Gebieten befürworten. DAS wäre doch mal ein richtiger Schutz vor den antisemitischen Mörderbanden. Macht sich doch auch gut auf der nächsten Demo: „Araber raus aus den Besetzten Gebieten.“

    “Berichte niemals darüber, dass es Wochen dauert die Genehmigung für die Behandlung einer schweren Krankheit oder Verletzung in israelischen Krankenhäusern zu bekommen”

    So sind sie, die Juden… erst behandeln sie die Palästinenser in ihren Krankenhäusern; und dann haben sie doch die Chuzpe, ihre Grenzen zu schliessen… nur wegen so einem kleinen Anschlag…

    Was anderes als Judenhass kannst du einem nicht unterstellen, oder? Aber hier sehen wir abermals das beste Beispiel dafür, was der Text zeigen wollte. Herunterspielen von Fakten und/oder Rechtfertigen dieser mittels des Staatsgründungsterrors. Damit lässt sich ja praktisch alles rechtfertigen.

    “Im Gegensatz zu den palästinensischen Autonomiegebieten ist Israel eine westliche Demokratie, in der oben die Ashkenasim stehen, dann die Sephardim und ganz unten die arabische Bevölkerung.”

    In Israel herrscht das drei-Klassen-Wahlrecht? Nein? Ein Wahlrecht für alle? Die arabischen Israelis haben auch eigene Parteien? Na gut… Aber Rassismus gibt es in Israel! Rassismus!!! Den haben wir hier in Deutschland doch spätestens seit “Kanak Attack” dialektisch aufgelöst… Anachronistische Staaten wie Israel, in denen es tatsächlich noch Rassismus gibt, gehören beseitigt, aber Zack, mit einer proletarischen Revolution… man hört zwar wenig von Kommunismus aus Palästina, aber mein Gott, man muss die Massen abholen wo sie stehen, gell?

    Dieses Kommentar spricht doch schon für sich selber. Scheiss Sephardim, die elenden Orientjuden haben sich gefälligst dem höheren Ziel des Judenstaates unterzuordnen. Und die Araber, die dort leben, erst Recht. Dabei mal wieder ganz nebenbei ein Lob auf die Demokratie.

    “Zwar stehen sich in diesem Konflikt zwei sehr unterschiedliche Parteien gegenüber, nämlich auf der einen Seite eine bis an die Zähne bewaffnete, mit Panzern, F-16, U-Booten und Atombomben ausgerüstete “Demokratie” mit “freier Presse”, “Gewaltenteilung” etc.”

    Ganz recht… bürgerlicher Schwachsinn, diese “Demokratie”, “freie Presse” und “Gewaltenteilung… was wirklich in Israel herrscht ist der militärisch-industrielle Komplex. Dagegen setzen wir die arabischen Massen, deren spirituelle Einigkeit, Heroismus und gesundes Volksempfinden… Intifada bis zum Sieg!

    Falls Du es noch nicht gemerkt haben solltest. Der Hinweis, ein Staat sei eine Demokratie, bekommt sicherlich kein Lob von mir, weil die Demokratie eben nur ein anderes Herrschaftsmittel ist, das ebenso wie andere Regierungsformen der Aufrechterhaltung des Kapitalismus und eben der Herrschaft ÜBER die Menschen dient. Das wäre zudem eine ganz andere Diskussion, eben über Demokratieidealismus, dem du ja anscheinend ganz stark anhängst.

    “Und auf der anderen ein seit 50 Jahren besetztes, von palästinensischer Seite unkontrollierbares Chaos, in dem ein großer Teil der Menschen seit Jahrzehnten eingesperrt ist, perspektivlos vor sich hinvegitiert und, wie in Gaza, 50% Arbeitslosigkeit herrscht und die dichteste Bevölkerungsdichte weltweit vorweisen kann.”

    Und wer ist schuld daran?

    Ah, du suchst also einen historischen Schuldigen? Von Beginn also ein interessiertes Denken. Wir können ja gerne eine Diskussion über die WURZELN des Konflikts anhand von Fakten führen. Einen Schuldigen werde ich Dir aber für diesen Konflikt sicherlich nicht bestimmen. Denn die Suche nach dem Schuldigen impliziert innerhalb eines nationalistischen Konflikts immer gleich eine Parteinahme für die angeblich unschuldige Seite. Man kann vielleicht erklären, wie es denn zu dem jetzigen Zustand kommt und dabei die Geschichte zur Verdeutlichung heranziehen. Aber das ist halt der Unterschied zwischen Erklärung einer Sache und Suche nach einem Schuldigen. Darum kommen die Antiipms auch immer auf Israel als den Schuldigen am Konflikt, suchen also Ihre Argumente genau entgegengesetzt von den Antideutschen. Beide landen dann irgendwann bei der Shoa und den europäischen Staaten, allen voran den Exekutoren des Holocausts, Deutschland. Nur um dann wieder entgegengesetzt zu argumentieren: von der einen Seite wird dann das RECHT auf einen jüdischen Staat abgeleitet, von der anderen Seite wird geltend gemacht, dass dort die Schuld auf dem Rücken der Araber ausgetragen wird, die ja erst einmal nichts für den Vernichtungsantisemitismus der Europäer und allen voran der Deutschen konnten.

    Ich habe mir erlaubt einige absolut blöde Kommentare außen vor zu halten, weil ich a) keine Lust habe auf all das Zeug hier zu antworten, der Text sagt eigentlich genug aus, und b) heute zu müde bin, mir auch noch den Rest zu gemüte zu führen.

    Shalom!

    Comment von Lathandir — 9. August 2006 @ 00:36

  34. @ ReSp / RBR

    1. Es ging mir nicht darum eine Strategie/Erfolgsrezept vorzuschlagen, wie man Leuten aus diesem Milieu begegnen solle. Klar kann man probieren über die „klassischen“ Themen PolÖk/Staat mit denen ins Gespräch zu kommen. Es ist nur etwas naiv zu glauben, ausgerechnet den zentralen Punkt des antideutschen Weltbildes auf Dauer ausklammern zu können, oder? Im alten x-berg-Forum und im KF war das jedenfalls der Sprengsatz. Aus den jetzt mehrfach geschilderten Gründen halte ich das auch für keinen Zufall, sondern für sehr folgerichtig. Die beiden Foren sind allerdings auch Beispiele dafür, dass es nicht unmöglich ist, einzelne zu überzeugen, das ist nicht zu bestreiten.

    2. Zu lysis: Der ist in der Tat ganz „eigen“, keine Frage. Von dem gibt es Texte, die sind sprachlich und inhaltlich einfach brillant, da hat man den Eindruck, dass da jemand richtig was geschnallt hat. Und dann wiederum liest man Zeug von ihm, dass sich einem die Fußnägel kräuseln und unwillkürlich die Frage aufdrängt, ob das wirklich die gleiche Person ist. Da wird dann halt deutlich, dass er letztlich eben auch nur ein „Israelsolidarischer“ ist. Ein richtig gelungener Witz im konkreten Fall ist übrigens der Auftritt als Gremliza-Verschnitt, wenn man weiss was er ansonsten von dem Typen hält („Stürmer-Lysis“!).

    3. Na, in dem besagten lysis-Thread „When the masks fall“ geht es doch um die angebliche „Mahnmalsschändung“ durch die KP Griechenlands (=KKE) und deren Jugendverband. Jetzt beide mal bitte ne Runde schämen … :-)

    Comment von garrincha — 9. August 2006 @ 02:38

  35. Ja…*schäm* ;-)

    Comment von The_Red_Sparrow — 9. August 2006 @ 10:21

  36. Auf einer MUN, wir diskutierten gerade im Sicherheitsrat über diesen Konflikt, sagte einer der anderen Teilnehmer mal: „A seven meter high concrete thing is not a fence.“

    So simpel wie wahr – und vielsagend.

    Comment von Carsten — 11. August 2006 @ 03:15

  37. Vielleicht kannst Du ja damit http://bigberta.twoday.net/stories/2104000/
    und damit http://bigberta.twoday.net/stories/2035524/ und damit http://bigberta.twoday.net/stories/2093247/ was anfangen?
    Gruß
    BB

    Comment von bigberta — 14. August 2006 @ 20:43

  38. So unbedeutend scheint die „Cafe Morgenland-Fraktion“ der Antideutschen übrigens doch nicht zu sein. Zumindest beim aktuellen Streit, wie denn eigentlich die korrekte „bedingungslose Israelsolidarität“ auszusehen hat, repräsentieren sie offenbar einen Pol:

    „Es ist inakzeptabel und verwerflich, dass als Begründung für Solidarität mit Israel die Vorzüge der israelischen Gesellschaft – als eine demokratische, liberale und gegenüber Minderheiten tolerante – hervorgehoben werden. Ob die Israelis die richtige oder die falsche Staatsform ausgewählt haben, ob sie die bessere oder schlechtere Einstellung zu Minderheiten haben, spielt in Zusammenhang mit der Haltung zu diesem Staat absolut keine Rolle, es darf keine Rolle spielen.

    Sobald diese und/oder ähnliche Argumente zur Rechtfertigung der eigenen solidarischen Haltung zu Israel oder gar zur Legitimation des Verteidigungs- bzw. Existenzanspruchs Israels herangezogen werden, entlarven sie sich trotz des wohlwollend charmanten Äußeren als zur Tatenlosigkeit verfluchte Tötungsinstrumente. Haben also die Juden wieder mal Glück gehabt, die richtige Staatsformation ausgewählt zu haben? Haben sie wiederum Glück gehabt, dass sie „Zivilisationsmerkmale“ vorweisen können? Was würde passieren, wenn etwas davon nicht mehr stimmte (was z.B. angesichts der Eskalation durchaus möglich ist; auch die liberalste Gesellschaft kann ihren Charakter ändern, wenn sie 50 Jahre lang im Kriegszustand lebt).“

    Heisst ja wohl, dass selbst ein israelischer Faschismus (wegen Auschwitz?) diese Leute nicht irre machen würde. Da läuft’s einem kalt den Rücken runter …

    Comment von garrincha — 15. August 2006 @ 02:01

  39. @ Garrincha

    Zumindest steht CAFE‘ MORGENLAND bei den Antideutschen hoch im Kurs, die die durchaus absehbaren Folgen ihres Dogmas Israelsoli irgendwie nicht mitmachen wollen, vor allem den Bellizismus und den Rassismus. Der Witz ist nur, dass sie das – wenn sie ihre Solidarität so bedingungslos formulieren – das längst mitgemacht haben. Denn, wenn es wegen Auschwitz egal ist, was Israel tut, weil’s eben Israel als Shoah-Resultat ist, dann gehört die ganze Politik mitsamt Ausländersortierung und Kriegen schlicht dazu. Ob man das dann noch explizit abfeiert wie die kritisierten ADFler oder Bahamiten oder ganz bescheiden und reflektiert hinnimmt, ist doch nun echt eine Nuance, deren Betonung nur noch lächerlich und zynisch ist.

    Ja und dass selbst ernannte Antifaschisten kein Problem mit israelischem Faschismus hätten, ist ein weiterer Widerspruch, der mich ehrlich gesagt nicht mehr wundert bei diesen Spinnern.

    Comment von RBR — 15. August 2006 @ 07:30

  40. @ garrincha’s Cafe-Morgenland-Zitat

    Wenn dir die Aufforderung von denen, im wahrsten Wort bedingungslos für Israel sein zu müßen, unheimlich ist, will ich gar nicht widersprechen. Das ist aber nichts irgendwie Durchgeknalltes, sondern völlig konsequent auf den Begriff gebrachter Nationalismus. Den haben wir in Deutschland doch auch schon fast wieder erreicht. Das inkonsequente Kapitel mit Verfassungs-Patriotismus a la Habermas von vor zwanzig Jahren ist doch nicht mehr „zeitgemäß“! Nicht umsonst sieht das der Bundespräsident Köhler auch so, der erleichtert ist, daß auch Deutsche endlich, endlich wieder „unverkrampft“ Deutsche sein können. Nazis haben den komplizierten Nachkriegsnationalismus ja eh nie begriffen gehabt. Right or wrong, my country! So geht echter Nationalismus, hier wie eben auch da.

    Comment von Neoprene — 15. August 2006 @ 08:40

  41. @ RBR

    Dass die CM-Position bei den ADs hoch im Kurs steht, „die die durchaus absehbaren Folgen ihres Dogmas Israelsoli irgendwie nicht mitmachen wollen, vor allem den Bellizismus und den Rassismus“, ist eben das Verrückte und zwar aus dem von dir auch genannten Grund: „.Der Witz ist nur, dass sie das – wenn sie ihre Solidarität so bedingungslos formulieren – das längst mitgemacht haben.“

    Dass kann man an dem o.a. Streit zwischen KIKA (CM-affin?) und 8. Mai exemplarisch studieren. Die ersteren, als Vertreter einer „unbedingten bedingungslosen Israelsolidarität“ würden doch das CM-Zitat sofort unterschreiben und insofern auch noch die letzte Konsequenz (blau-weisser Faschismus) durchwinken. Beim 8.Mai – „bedingte bedingungslose Israelsolidarität“ – geht die Logik anders. Die wissen ja noch Gründe zu sagen, warum ihr Lieblingsstaat ein unbedingtes Treuebekenntnis verdient: Demokratie, westlich zivilisiert, viele schlaue Bücher etc. Deren Solidarität hat quasi eine „offene Flanke“, die einen „Verrat“ zumindest logisch ermöglicht, was ihnen von der anderen Fraktion ja auch vorgeworfen wird.

    Mal wieder ein Fall von: Probleme, die man nicht haben möchte! oder in den Worten eines großen Marxisten „Mir san gschiedene Leut!“ und zwar bis in die Steinzeit …

    Comment von garrincha — 15. August 2006 @ 12:01

  42. @ Neoprene

    Naja, durchgeknallt oder nicht. Es ist halt das Bescheuerte, ohne das kein Nationalismus (auch nicht der alternative) zu haben ist. Und diese (mörderische) Konsequenz gebührend zu würdigen, auch und gerade bei Leuten, die mal als die angeblich schärfsten Nationalismus-Kritiker angetreten sind, scheint mir durchaus angemessen.

    Comment von garrincha — 15. August 2006 @ 12:09

  43. o.a. Streit zwischen KIKA (CM-affin?)

    Die Verwandtschaft dürfte nur inhaltlicher Natur sein, da die CM-Leute nach eigenem Verständnis eher Rassismus/Antisemitismus Kritiker auf ur-antideutsche Art sind und sich sonstigen Fragen, die sich Kommunisten stellen, eher verschließen und sich daher auch nicht so bezeichnen. Zumindest tun diese KiKa Leute so, als wäre das bei Ihnen anders…mindestens mit dem Labe…aber letztendlich ist das auch pissegal, wenn man den Inhalt kritisiert hat.

    Comment von RBR — 15. August 2006 @ 13:34

  44. Ausserhalb jeder Bewertung – weil das Niveau jeder Kritik locker unterschreitend – sind immer die Auslassungen zeanks:

    „Ist es angesichts von 100.000 Hungertoten täglich nicht ein bisschen – um es mal vorsichtig zu formulieren – kleinkariert sich so intensiv an dem bisschen Israel abzuarbeiten?“

    Da möchte man diesen Menschen doch glatt zurückfragen, ob es angesichts von 100.000 Hungertoten täglich nicht ein bisschen – um es mal vorsichtig zu formulieren – läppisch ist, sich so intensiv über das bisschen Auschwitz / Israel einen Kopf zu machen. Den Bodycount (die KZ-Leichenberge in nur zwei Monaten!) kann doch kein Nazi dieser Welt mehr aufholen … (Ja, das ist der dieser Hetze adäquate Zynismus!)

    Der gute zeank sollte sich besser um seinen Linux-Krempel kümmern und nicht dazwischenplappern, wenn die Großen sich unterhalten.

    Comment von garrincha — 15. August 2006 @ 14:49

  45. Keine Ahnung, aber Zeank versteht offenbar nicht, dass es doch kein Widerspruch oder eine Vernachlässigung des sonstigen Elends der Welt ist, wenn man sich einen in der Öffentlichkeit, auch der „linken Öffentlichkeit“ sehr präsenten Krieg erörtert…kA, was da mit dem los ist.

    Comment von RBR — 15. August 2006 @ 16:00

  46. @ RBR

    Also jetzt stellst du dich aber dumm. Der Typ postet so gut wie nie was. Wenn doch, dann ist es dümmlichste Hetze gegen seine und des KF Lieblingsfeinde. Und auch bei diesem konkreten Anlass geht’s dem doch nicht um eine inhaltliche Kritik! Muss aber nicht weiter vertieft werden …

    Comment von garrincha — 15. August 2006 @ 16:19

  47. Offenbar hat er’s selber eingesehen!

    https://kf.x-berg.de/forum/thread.php?postid=48537#post48537

    Comment von RBR — 15. August 2006 @ 16:40

  48. Liebe Leute,

    hört auf „Israelsolidarität“ immer zu rationalisieren und Gegenargumente zu geben. Als ich das Wort gehört hatte, und zwar als ernstgemeintes „Argument“ (also nicht nur als zwischenmenschliches Mitgefühl), dacht ich ich spinne!
    Es bringt einfach nichts GLAUBENSSÄTZE widerlegen zu wollen!
    Bei den Leuten wo das als Argument daherkommt, bringt es nix zu argumentieren! Man kann höchstens drauf hinweisen, dass der Judenstaat fürs Wohl und Wehe der Juden nicht zweckmäßig ist, weil DAS das einzige ist, was diesen Typen am Herz liegt. Mal von den Palis und anderen Opfern dieses Staates ganz zu schweigen….

    Comment von Heldenkarl — 15. August 2006 @ 18:37

  49. @ Heldenkarl

    Mach dir mal keine Sorgen, das Prinzip des AD-Fehlers (Glaubensbekenntnisse) dürfte den Leuten hier geläufig sein und ein „agitatorischer Großangriff“ steht vermutlich auch nicht bevor. :-)

    Etwas anderes ist es aber, sich selbst die Logik dieser Denke (und die gibt’s) grundsätzlich und in ihren jeweiligen Fortschritten klar zu machen. Immer nur zu murmeln „diese Menschen können nicht ganz dicht sein“ wäre ja erstens keine Kritik und zweitens auf Dauer etwas matt, oder?

    Comment von garrincha — 15. August 2006 @ 19:12

  50. @ Heldenkarl

    hört auf “Israelsolidarität” immer zu rationalisieren und Gegenargumente zu geben

    Es bringt einfach nichts GLAUBENSSÄTZE widerlegen zu wollen!
    Bei den Leuten wo das als Argument daherkommt, bringt es nix zu argumentieren! Man kann höchstens drauf hinweisen, dass der Judenstaat fürs Wohl und Wehe der Juden nicht zweckmäßig ist, weil DAS das einzige ist, was diesen Typen am Herz liegt.

    Moment mal, also das ist doch wohl ein Widerspruch. Einerseits sollen es einfach nur Glaubenssätze sein und dann haben sie aber doch ein Argument?! Du machst es Dir wirklich zu leicht.

    Zwar will ich nicht bestreiten, dass die Parteinahme von Israel durchaus den Übergang zum Dogma hinkriegt. Das sieht man am meisten bei den Freaks, die völlig aus den Wolken fallen, wenn man sie mal drauf aufmerksam macht, dass ihr Urteil im Nahostkonflikt ja mit einer Parteinahme für Israel einhergeht. Da fragen die ja mehr oder weniger empört: „Ja, was denn sonst?“

    Allerdings hat diese Parteinahme durchaus einen rationalen Hintergrund dergestalt, dass sich ja ein Teil dieser Leute – wie Du ja zugibst – auch Argumente für seine Parteinahme überlegt und auch diskutiert. Von daher würde ich das nicht einfach nur als Glaubenssatzbeterei abtun, das trifft die Sache nicht. Du machst vermutlich diesen Fehler: Weil das Durchkommen mit Argumenten bei den Leuten so schwer ist, können es wohl nur Glaubenssätze sein, denn auch denen kann man mit Argumenten nicht kommen. Da kann ich nur sagen, dass ein Durchkommen von Argumenten niemals eine Notwendigkeit erfährt, nur weil die Argumente richtig sind! Gründe können zwar ein Glaube sein, müssen aber nicht. Da kann auch jemand Pluralismus/Erkenntnistheorie-fan sein usw. Es gibt verschiedene Gründe des Nicht-Einsehens. Der Schluss auf Glaube muss schon ein paar mehr Nachweise haben.

    Falls Du überhaupt so drauf gekommen sein solltest…wenn nicht, vergiss das hier.

    Comment von RBR — 16. August 2006 @ 11:43

  51. Naja, ich wollt schon etwas mehr als meine Frustration rausgelassen haben. Das hätt ich auch anders tun können.

    Auf der einen Seite: JA, auch Israelfreaks muss und soll man mit Argumenten kommen. Aber die Diskussion scheitert doch immer am Dogma? Wenn Israelsoli als „Argument“ daherkommt, mit allen „rationellen“ Berechnungen, aber dann doch nur beim Dogma des Staates endet, kann man nix machen. Das ist kein Widerspruch von mir.

    Der einzige Ansatzpunkt den ich sehe, ist halt das „Argument“ „Schutz der Juden“, da scheinbar nach Selbstauskunft der Dogmatiker das der Zweck des Staates sein soll. Wenn man jetzt beweist dass das gar nicht so ist, und der andere trotzdem an Israel festhält, dann erfüllt das den Tatbestand eines Glaubenssatzes.
    Das ist ja auch eine Schwierigkeit: Israelfreaks sind sozusagen Premium Moralisten, weil der Zweck (Schutz der Juden) so unglaublich viel heilt, bis zum Faschismus. Selbst Leute die einer vernünftigen Staatskritik nicht abgeneigt sind, halten an Israel fest.

    Ps: Das Argument Schutz der Juden ist halt in realiter keines. Weder ist das Staatszweck noch ist das Produkt des Staates Israel. Daher ist das kein Widerspruch zum Vorwurf „Glaubenssatz“

    Comment von Heldenkarl — 16. August 2006 @ 14:17

  52. Also ich bin Jude und finde es wirklich schlimm wie Ihr hier unseren Konflit ironisch darstellt. Wir sind in dem Fall die Opfer und die Araber die Frauen Steinigen einen „heiligen Krieg“ führen, Frauen Kopftücher aufzwingen, Frauen benachteiligen, und unschuldige jüdische Kinder mit Bomben töten die Verbrecher. Mein Vater war 3 Jahre beim Hamossad Lemodi‘in Uletafkidim Meyuchadim (Mossad) und hat miterlebt wie in Tel Aviv Bomben explodierten und hatte viel seelischen Kummer damit. Also ich bin dafür einfach 4-5 Atombomben auf alle Moslimischen Länder zu werfen und somit diese Aggressoren auszumerzen, sowie zwangs-sterilisierung von Muslimen Frauen und Männer durchzuführen, dann würden sie sich nicht mehr verbreiten können und würden aussterben. Naja, wenn Ihr mit mir darüber diskutieren wollt könnt ihr über „banzai_99_99@web.de“ kontakt mit mir aufnehmen

    Comment von David Hirsch — 8. November 2006 @ 11:15

  53. ich weiß nicht ob es irgendeinem oder schon allen aufgefallen ist;
    aber der erste herr ist ein bundesweit bekannter faschist, ich bitte diesen eintrag zu löschen um so nicht an glaubwürdigkeit einbüßen zu müssen;
    mfg

    Comment von hans — 12. Januar 2007 @ 04:45

  54. Welche „Glaubwürdigkeit“. Komischer Anspruch

    Comment von Lathandir — 10. Februar 2007 @ 15:57

  55. Danke fr diesen wundervollen Text. Wenigstens einer mehr, der den rechtsextremen israelfans, allen voran PI, die dreckige, verlogene und heuchlerische maske vom gesicht reit!

    Comment von humanrights — 5. Februar 2009 @ 12:48

  56. Nationale Sozialisten für Israel

    Die Nationalen Sozialisten für Israel, die sich mit Israel “verbrüdern” und gegen jede Form des Islamischen Glaubens hetzen, bilden zusammen mit den Autonomen Nationalisten inzwischen ein immer größer werdendes Potenzial innerhalb der R…

    Trackback von Antifaunited — 5. Februar 2009 @ 12:54

  57. „schreib doch bitte noch was zu kinderblut“

    dieser freak hier, schreibt nicht selbst. sein blog basiert auf copy&paste…

    Comment von human — 29. März 2009 @ 08:23

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